Globale Dialoge
’09 Broadcasting Human Rights

Menschenrechte von Frauen


Die UNO-Generalversammlung hat das Jahr 2009 zum “Jahr des Menschenrechtslernens” erklärt. Das Internationale Jahr hat das Ziel, die Förderung und den Schutz aller Menschenrechte und Grundfreiheiten inklusive des Rechts auf Entwicklung zu stärken.

Ein weiterer Anlass sich mit dem Thema Menschenrechte auseinander zu setzen, ist das 30-jährige Jubiläum von CEDAW, dem Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau. Dieses Übereinkommen wurde am 18. Dezember 1979 verfasst und trat am 3. September 1980 in Kraft.

„Women on Air“ ist es ein besonderes Anliegen darauf aufmerksam zu machen, dass Gleichberechtigung von Frauen ein Bestandteil der Menschenrechte ist.

Globale Dialoge ist ein Projekt von ORANGE 94.0 in Kooperation mit der Zeitschrift

BEST-OF-CD 2009


DOWNLOAD Booklet

1. Menschenrechte gehören Allen! | 10:46 | Aleksandra Kolodziejczyk

Ein Beitrag über Rechte, Pakte und Politik.

Menschenrechte sind unteilbar, unveräußerlich und universal. Sie gelten für alle.
Dieser Gedanke wurde erst 1948 in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte auf Papier gebracht. Das war der erste Schritt zur Ausbildung von staatenübergreifenden und verbindlichen Menschenrechtsverträgen und deren Kontrollinstanzen.
“Women on Air” spricht mit Sabine Vogler von der Amnesty International – Arbeitsgruppe “Verfolgte GewerkschafterInnen” über die Entwicklung der Menschenrechte hin zu deren Rechtsverbindlichkeit, was die einklagbare Basis für das zivilgesellschaftliche Engagement vieler Aktivist_innen weltweit bedeutet.

 

Interview mit der peruanischen Soziologin Ana Tallada.

Seit vier Jahrzehnten bewährt sich das peruanische Volksküchenmodell bei der Verteilung von Nahrung und Dienstleistungen. In der peruanischen Hauptstadt Lima speisen täglich ca. eine halbe Mio. Menschen in einer Volksküche. Entstanden ist dieses Modell aus der Initiative von Not leidenden Frauen, die sich zum Kauf von Lebensmitteln und deren Verwertung zusammengeschlossen haben. In der Zwischenzeit wurde die Volksküchenbewegung ein unübersehbares Instrument zur Armutsbekämpfung und ein Raum zum Empowerment von Frauen.
Helga Neumayer führte mit der leitenden Aktivistin des lateinamerikanischen „Frauennetzwerks zur Transformation der Ökonomie“ (REMTE), Ana Tallada, ein Gespräch über Details und Grenzen des Volksküchenmodells.

 

3. „Bitte, danke, alles Gute!“ | 12:23 | Barbara Karahan

Wider die Hysterie um die imaginäre Bettelmafia in Wien.

Pendelbettler_innen aus den ärmsten südosteuropäischen Ländern – häufig der Volksgruppe der Roma angehörig – prägen seit Monaten den öffentlichen Raum in Wien. Da sie in der Regel nicht auf Dauer in Österreich bleiben wollen, sondern je nach Herkunftsort im Wochenrhythmus pendeln oder für einige Monate hierher kommen, werden sie als Pendelbettler_innen bezeichnet. Der Anteil an Frauen unter ihnen ist besonders groß.
Angetrieben von einer unvorstellbaren Armut versuchen sie hier im vergleichsweise „reichen“ Westen die Lebensgrundlage für ihre gesamte Familie zu erbetteln. Dabei stehen sie – als Mitglieder einer organisierten Bettelmafia denunziert – im Visier von Politik, Medien und Polizei.
“Women on Air” befragte vier Frauen mit unterschiedlichem aber einschlägigem Zugang zu dieser Thematik. Ihre Statements lassen ein sehr persönliches und menschliches Gegenbild zu den „Unberührbaren“ unserer Gesellschaft entstehen.

 

4. „Auf dem Friedenspfad” | 10:20 | Caroline Haidacher

Eine Sendung über unermüdliche Kämpferinnen für den Frieden im kolumbianischen Krisengebiet Chocó.

„Frauen sind vom Krieg immer am stärksten betroffen“, sagt Nubia Castañeda von der Frauen-Friedensbewegung „Ruta Pacífica de Mujeres por la Paz“. Als Kriegswerkzeuge benutzt und von der Macht durch Waffen erniedrigt, spielen Frauen im bewaffneten Konflikt zwischen Staat, linker Guerilla und rechten Paramilitärs eine unsichtbare, unfreiwillige Rolle. Nubia Castañeda kämpft gemeinsam mit anderen Frauen aus ganz Kolumbien unermüdlich für ein humanitäres Abkommen und eine friedliche Lösung für den bereits Jahrzehnte andauernden Konflikt.

 

5. Erzwungene Freiheiten. | 10:07 | Yeliz Ilhan & Aleksandra Kolodziejczyk

Die Zwangsheiratsdebatte und die Rolle des Rechts in multikulturellen Gesellschaften.

2006 häuften sich in Österreich die Medienberichte zum Thema Zwangsheirat und andere als „Kulturdelikte“ bezeichnete Gewalttaten an Frauen kulturell-religiöser Minderheiten. Inwiefern jedoch der öffentliche und mediale Diskurs zur Verbesserung der Lage der betroffenen bzw. potentiell gefährdeten Frauen führt, hinterfragt Gamze Ongan, Obfrau des Vereins Peregrina. Wird mit der Zwangsheiratsdebatte nicht vielmehr Rassismus und Islamophobie gefördert und strukturelle Gewalt wie diskriminierende Gesetze verdeckt? Welchen Beitrag Recht in multikulturellen Gesellschaften leisten kann, mit dieser Frage beschäftigt sich die Juristin Elisabeth Holzleithner in diesem Beitrag.

 

6. Die Antwort auf die Krise ist weiblich. | 12:14 | Sarina Reinthaler

Strategien gegen die globale Ernährungskrise.

Anlässlich des UNO-Jahres des Menschenrechtslernens ist es an der Zeit eine Bilanz zu ziehen: Das Recht auf Nahrung ist zwar mittlerweile ein völkerrechtlich verbrieftes Menschenrecht, eine Milliarde Menschen weltweit müssen jedoch hungern. Ausgerechnet die neuen Klimaziele – insbesondere die kürzlich erst eingeführten Beimischungsziele der EU für Agrartreibstoff – tragen, neben dem allgemeinen Klimawandel, zu einer wesentlichen Verschlechterung der Ernährungssituation in den Ländern des globalen Südens bei.
In der Sendung kommen die Menschenrechtsexpertinnen Getrude Klaffenböck und Karin Okonkwo-Klampfer zu Wort. Sie berichten über die Problematik des neuen, globalen „Biosprit-Pokers“ in Ghana und stellen das Konzept der „Ernährungssouveränität“ vor, in dem die Frauen eine besondere Rolle im Kampf gegen den Hunger einnehmen.

 

Herausforderungen für eine internationale Lesbenbewegung.

Anfang November 2009 fand in Wien die 24. Weltkonferenz der International Lesbian and Gay Association (ILGA) statt. 200 Lesbian Gay Bisexual Transgender Intersex (LGBTI)-Aktivist_innen aus 80 Ländern Asiens, Afrikas, Lateinamerikas, dem karibischen Raum sowie Ost- und Zentraleuropas trafen sich, um inhaltliche Themen der Vernetzung und des Aktivismus zu diskutieren.
Trotz gesetzlichen Diskriminierungsverboten verbessert sich die Lebenssituation von LGBTI-Menschen nur sehr langsam. Homophobie, soziale Ausgrenzung und Gewalterfahrungen zählen nach wie vor zu den Lebensrealitäten vieler LGBTI-Personen. Diesen Problemen und den Herausforderungen der internen Organisation wird mit Unterstützung der ILGA und deren internationaler Vernetzung begegnet.
Andrea Hiller und Elisabeth Freudenschuß sprachen mit drei LBGTI-Aktivist_innen über die Herausforderungen für Lesbenbewegungen auf lokaler Ebene und im Kontext einer internationalen Vernetzung.

 

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