Globale Dialoge
’10 Female. Culture. Works.

Kunst- und Kulturschaffen von Frauen


Partizipative Kunst und Kulturarbeit nutzt Kunst als Kommunikationsmittel und sucht die aktive Teilnahme – statt eines passiven Konsumierens – einer möglichst breiten Öffentlichkeit. Sie stärkt die Demokratie des jeweiligen Landes, wirkt gesellschaftsverändernd und fördert den interkulturellen Dialog.

Durch die Partizipation von benachteiligten und bildungsfernen Gruppen an Kunst und Kulturprojekten in sogenannten Entwicklungsländern wird Wissen vermittelt und werden Netzwerke geschaffen. Diese verbessern die Lebenssituation der Teilnehmenden und tragen somit zur Entwicklung des Landes bei. Gleichzeitig sind die meisten in diesen Bereichen tätigen Personen von prekären und atypischen Beschäftigungsverhältnissen und unbezahlter Arbeit betroffen.

„Women on Air“ erhöhen die Sichtbarkeit von Frauen in der Kunst und Kulturarbeit und zeigen in ihren Beiträgen die Möglichkeiten auf, wie Kunst und Kulturschaffen von Frauen zur Entwicklung und Förderung des interkulturellen Dialogs sowie zum Empowerment von benachteiligten Gruppen beitragen kann.

Globale Dialoge ist ein Projekt von ORANGE 94.0 in Kooperation mit der Zeitschrift

BEST-OF-CD 2010


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1. Auf Achse 2010: Alle kommen zu uns | 12:53 | Caroline Haidacher & Edeltraud Schröttner

Partizipatives Theater im Zeichen der Toleranz, Fremdenfreundlichkeit und Integrationsoffenheit.

AUF ACHSE ist ein soziotheatrales interaktives Kunstprojekt, das Künstler_innen, Asylwerber_innen, Migrant_innen und Geschäftstreibende zusammenbringt. Initiiert von der Theatermacherin Eva Brenner erforscht dieses Projekt spielerisch-rituell die Möglichkeiten und Probleme des Zusammenlebens. Der öffentliche Raum im 7. und im 16. Wiener Gemeindebezirk wird zum Schauplatz. In einer Straßenprozession folgt das Publikum den Akteur_innen zu den verschiedenen Spielorten, die sich in Restaurants, Szenelokalen und Geschäften befinden.
Eva Brenner spricht über die Hintergründe und Ziele dieses Projekts, über die prekäre wirtschaftliche Situation von kleinen Theatern und Künstlerinnen in einer männlich dominierten Theaterwelt.

 

Die Musikerin Chiwoniso. Ein Porträt.

Die Musikerin Chiwoniso gilt weltweit als eine der bekanntesten Vertreterinnen der Musikszene Simbabwes. Die in den USA geborene Künstlerin verbrachte viele Jahre ihres Lebens in diesem Land, aus dem ihre Eltern stammen und mit dem sie sich tief verbunden fühlt.
Der Charakter ihrer Musik wird wesentlich von der Mbira, dem so genannten Daumenklavier, einem traditionellen Instrument aus Simbabwe, geprägt.
In diesem Beitrag erzählt sie von der Krise, die die Mbira auf Grund ihrer Tabuisierung durch die Missionar_innen durchleben musste und von der Rückkehr des Instruments in die Musiklandschaft des Landes, vom politischen Gehalt ihres Schaffens, von ihrem Dasein als Frau und Musikerin und von den Gründen, die sie Simbabwe für einige Zeit den Rücken kehren ließen.

 

3. Autonomie oder Prostitution | 12:27 | Aleksandra Kolodziejczyk

Die Zeitehe im Iran. Ein Interview mit Sudabeh Mortezai.

Die Zeitehe ist eine schiitisch-islamische Eheform und im Iran Teil des Familienrechts. Eine Zeitehe kann für eine Stunde bis zu 99 Jahren eingegangen werden.
Außerehelicher Geschlechtsverkehr ist im Iran verboten, Hochzeiten eine teure Angelegenheit und die Zeitehe eine Möglichkeit, um das Privatleben in Einklang mit einem repressiven Rechtssystem zu bringen. Kann die Zeitehe den Frauen mehr Autonomie bringen oder ist sie bloß eine legalisierte Form der Prostitution?
Die Regisseurin Sudabeh Mortezai hat sich in ihrem Dokumentarfilm „Im Bazar der Geschlechter” mit der Zeitehe auseinandergesetzt. Im Gespräch mit Aleksandra Kolodziejczyk erzählt sie über die Praxis der Zeitehe und ihre Erfahrungen während des Filmdrehs.
Diese Sendung wurde mit dem Alternativen Medienpreis 2011 ausgezeichnet.

 

4. Die verschollenen Töchter Dersims | 06:48 | Helga Neumayer

Die Dokumentarfilmerin Nezahat Gündoğan.

Die aus Ostanatolien stammende Regisseurin Nezahat Gündoğan wagte sich an ein Tabuthema der türkischen Geschichtsschreibung, nämlich an das Thema der 1937/38 durch die türkische Armee verübten Massaker an der Bevölkerung von Dersim (Tunceli), einer multinationalen Region mit mehrheitlich kurdisch-alevitischer Bevölkerung. Sie interessierte sich speziell für die Schicksale der damals verschleppten Mädchen und fand überlebende Zeitzeuginnen. Im Interview spricht sie über die Herausforderungen als Kulturschaffende in der Türkei.

 

5. Henna Hands go public. | 10:29 | Barbara Karahan

Die junge Künstlerinnengeneration Südasiens.

Im Mittelpunkt des Beitrags steht die junge Künstlerinnengeneration Südasiens, die sich im Spannungsfeld der eigenen nationalen, Jahrtausende alten Kultur und einer immer stärker werdenden Globalisierung befindet. Welche sind die bevorzugten Themen und Techniken dieser Künstlerinnen in Anbetracht der politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte? Welcher ist der gesellschaftliche Stellenwert der jungen, kunstschaffenden Frauen und ihrer feministischen Positionierung angesichts der rasanten Veränderungen des Subkontinents? Diese Fragen behandelt Simone Wille, Kunsthistorikerin und profunde Kennerin der zeitgenössischen Kunst Pakistans im Gespräch mit Barbara Karahan.

 

6. Media Advocacy | 12:26 | Julia Günther & Aleksandra Kolodziejczyk

Paromita Vohra über politische feministische Kunst in Indien.

Wie können feministische Debatten in alternativen Medienprojekten erweitert und vertieft werden? Die indische Filmemacherin und Feministin Paromita Vohra beschäftigt sich in ihren Dokumentarfilmen mit dieser Frage. In der Sendung werden ihre Gedanken zum Konzept der Media Advocacy und ihrer Umsetzung vorgestellt. Paromita Vohra plädiert für eine Weiterentwicklung der emanzipatorischen Medienarbeit und greift dabei auf feministische Gedanken zurück.

 

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