Globale Dialoge
’11 Workers Rights are Human Rights

Arbeitswelten von Frauen


Die negativen Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise und der Krise des Finanzmarktes werden vorwiegend von bildungsfernen und benachteiligten Bevölkerungsschichten getragen. Das betrifft vor allem junge Arbeiterinnen im Globalen Süden und Migrantinnen im Norden.

Die Prekarisierung und Informalisierung des Arbeitsalltags von Frauen ist ein weltweites Phänomen. Die Abnahme und die Nicht-Einhaltung von arbeits- und sozialrechtlichen Mindeststandards und internationalen Abkommen werden als Vorteil im internationalen Wettbewerb gehandelt. Zwei Drittel aller ökonomisch aktiven Frauen weltweit sind darüber hinaus in der informellen Wirtschaft tätig, wo jeglicher arbeitsrechtlicher und sozialrechtlicher Schutz fehlt.

Mit dem Jahresschwerpunkt Globale Arbeitswelten von Frauen informiert die Redaktionsgruppe “Women on Air” die breite Öffentlichkeit über den Arbeitsalltag von Frauen weltweit. Sie stellt Kampagnen und Organisationen im Globalen Süden und Norden vor, die sich für die Einhaltung von arbeits- und sozialrechtlichen Standards einsetzen.

Globale Dialoge ist ein Projekt von ORANGE 94.0 in Kooperation mit der Zeitschrift

BEST-OF-CD 2011


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1. Arbeiterinnen wehren sich. | 13:06 | Claudia Dal-Bianco

Arbeitskämpfe in türkischen Freihandelszonen. Ein Interview mit Güliz Sağlam.

In der Türkei begannen sich 1984 Industrien in Freihandelszonen anzusiedeln. Bis dato gibt es 20 solcher Freihandelszonen, in denen über 45.000 Arbeiter_innen beschäftigt sind. Die Arbeitsbedingungen innerhalb der Fabriken sind sehr schlecht.
Güliz Sağlam, eine Filmemacherin aus der Türkei, hat einen Dokumentarfilm über die Arbeiter_innenstreiks in der Arzneimittelfabrik NovaMed 2006/2007 in Antalya gedreht. Sie erzählt im Interview über Arbeitsrealitäten von Frauen in türkischen Freihandelszonen

 

2. Hausarbeit ist Arbeit. | 11:24 | Ulrike Bey

Die ILO Konvention “Menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte”.

Am 16. Juni 2011 verabschiedete die internationale Arbeitsorganisation (ILO) eine Norm zum Schutz der Rechte von Hausarbeiter_innen: die Konvention C189 »Menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte«. Diese ist ein historischer Schritt zur Anerkennung von Hausarbeit als Arbeit.
In der Sendung kommen zwei langjährige Aktivistinnen zu Wort: Fe Jusai aus den Philippinen und die Brasilianerin Creuza Maria de Oliveira. Sie berichten über ihre Arbeit und den langjährigen Einsatz vieler Organisationen und sozialer Bewegungen für die Anerkennung der Hausarbeit als Arbeit.

Übersetzung: Silke Tribukait

 

Im Gespräch mit der ägyptischen Filmemacherin Amal Ramsis.

Mit ihren Filmen widersetzte sich die ägyptische Filmemacherin Amal Ramsis den Verboten der Regierung Mubaraks und stellte, abseits vom ägyptischen Mainstream-Kino, das tatsächliche Leben der Ägypter_innen mit deren Herausforderungen, Problemen und Träumen dar.
Am 9. Oktober 2011 traf sich Verena Bauer mit der ägyptischen Filmemacherin und Arbeitsrechtlerin und unterhielt sich mit ihr über die Arbeitsrechte von Frauen im Land am Nil und die Rolle der Frauen in der Revolution. Das Interview wurde auf Wunsch von Amal Ramsis auf Spanisch geführt.

Übersetzung: Magdalena Winkler

 

4. „Als ob du nicht existieren würdest.“ | 11:19 | Aleksandra Kolodziejczyk & Helga Neumayer

Die dominikanische Menschenrechtsaktivistin Sonia Pierre im Interview.

In der Dominikanischen Republik leben viele Menschen haitianischer Herkunft. Als billige Arbeitskräfte arbeiten sie auf den Plantagen, in den Fabriken der Freihandelszonen und im Tourismus. Obwohl sie die Stütze des Wirtschaftssystems sind, bleiben ihnen ihre grundlegenden Menschenrechte verwehrt. In der Sendung berichtet Sonia Pierre über das Leben und die arbeitsrechtliche Situation der dominico-haitianischen Bevölkerung.

Übersetzung: Caroline Haidacher

 

5. Global denken, lokal handeln. | 9:48 | Maiada G. Hadaia

Leben und Arbeit in Nigeria.

Rund die Hälfte der erwerbstätigen Bevölkerung Nigerias sind Frauen mit einem Einkommen von weniger als 2 Dollar pro Tag. Ein großer Teil der Frauen arbeitet im informellen Sektor. Die Forderung nach fairen Arbeitsbedingungen und Gleichbehandlung stellen das westafrikanische Land vor große Herausforderungen.
Bei ihrem Wien-Besuch im Mai 2011 sprach Esther Ogunfowora, Gewerkschafterin des Nigerian Labour Congress (NLC) in Abuja, über ihr Engagement für Frauenrechte.

 

6. Aus den Augen, aus dem Sinn. | 12:13 | Caroline Haidacher

Ein Beitrag über Arbeitsrechte von Sexarbeiterinnen.

Sexarbeit gilt vor dem österreichischen Gesetz immer noch als sittenwidrig. Für die arbeitenden Frauen bedeutet das wenig Rechte und viele Pflichten. Die Sendung beschäftigt sich mit der prekären Situation von Sexarbeiterinnen in Wien. Im Vordergrund steht das seit 1. November 2011 gültige neue Gesetz, das die Straßenprostitution regeln soll. Zu Wort kommen Marianne Lackner, Pressesprecherin der Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger und Renate Blum vom Verein LEFÖ.

 

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