Globale Dialoge
’12 Gutes Leben für alle

Ernährung, Klimawandel und Frauenrechte


Der UN-Gipfel „Rio+20“ in Rio de Janeiro ist die Folgekonferenz vom Erdgipfel 1992, auf dem das Konzept der nachhaltigen Entwicklung verabschiedet und der Grundstein für Konventionen um Klimawandel, Wüstenbildung und Entwaldung gelegt wurde.

Die Redaktionsgruppe “Women on Air” nimmt dieses internationale Treffen als Anlass, um sich mit den Zusammenhängen zwischecn Agrarpolitik, Ernährungssouveränität, Klimawandel und Frauenrechten auseinander zu setzen. Sie beschäftigen sich mit wirtschaftlichen und politischen Entscheidungen und deren Auswirkungen auf das Recht auf Nahrung, Geschlechtergerechtigkeit und das Klima.

Dabei werden Alternativen, Strategien und internationale Abkommen genauso vorgestellt wie die Arbeit von Initiativen, Organisationen und Aktivistinnen im Globalen Süden wie auch in Österreich.

Globale Dialoge ist ein Projekt von ORANGE 94.0 in Kooperation mit der Zeitschrift

BEST-OF-CD 2012


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1. Wir haben es satt! Gutes Essen für alle | 11:46 | Caroline Haidacher & Aleksandra Kolodziejczyk

Eine Einführung in das Konzept der Ernährungssouveränität

Wer ernährt die Welt? Richtig, nicht die Agrarindustrie sondern die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Die Agrarpolitik der EU macht den LebensmittelproduzentInnen aber das Leben schwer – in vielen Fällen sogar unmöglich. Denn europäische BäuerInnen bekommen Ausgleichszahlungen von der EU. Dadurch werden Produkte aus Europa im Ausland billig verkauft. Lokale Bauern und Bäuerinnen aber können mit den niedrigen Preisen nicht mithalten und bringen ihre Produkte am Markt nicht mehr an. Am Beispiel einer Milchbäuerin in Uganda erklärt der Beitrag die komplexen Zusammenhänge zwischen der EU-Agrarpolitik, den Kleinbäuerinnen und –bauern in Ländern des Südens und unserer eigenen Ernährung. Irmi Salzer von ÖBV-Via Campesina Austria und Julianna Fehlinger von Attac erklären die Mechanismen der Lebensmittelindustrie und stellen ein alternatives Konzept vor: die Ernährungssouveränität.

 

2. Ist Klimawandel geschlechtsneutral? | 13:30 | Claudia Dal-Bianco

Beispiele aus Honduras, Bangladesch und Taiwan

Die Folgen der globalen Erwärmung behindern in vielen Ländern eine nachhaltige Entwicklung oder zerstören sogar bereits erzielte Entwicklungserfolge: zunehmende Dürren und Überschwemmungen entziehen Menschen weltweit ihre natürlichen Lebensgrundlagen oder ihre Behausungen, es drohen Abwanderung oder Vertreibung sowie Konflikte um immer knapper werdende Ressourcen.
In diesem Beitrag werden unterschiedliche Aspekte im Zusammenhang mit Klimawandel beleuchtet. Was hat Klimawandel mit Ernährungssouveränität und Landrechten zu tun? Was tun für Klimaflüchtlinge? Was hat Klimawandel mit Frauenbewegungen zu tun?

 

3. Land, Brot und Würde | 11:04 | Aleksandra Kolodziejczyk

Der steinige Weg zum eigenen Stück Land.
Ein Interview mit Ana Miranda.

In Brasilien ist der Landbesitz extrem ungleich verteilt. Obwohl die Umverteilung von Land in der Verfassung festgeschrieben ist, wird die Landreform kaum umgesetzt. Friedliche Landbesetzungen der landlosen Bevölkerung sind oft der einzige Weg, um ein Stück Land zu bekommen. Ana Miranda erzählt über die stockende Landreform in Brasilien, den friedlichen „Kampf“ um eigenes Land wie auch über den Einsatz der Landpastorale für eine gerechte Umverteilung von Land.

Übersetzung: Caroline Haidacher

 

Interview mit Rachel Shisei und Margit Wolfsberger.

Rachel Shisei, von der Organisation Bismarck Ramu Group aus Papua Neuguinea, berichtet im Interview über die Arbeit ihrer Organisation im Kampf gegen Landraub in ihrem Land. Erfolgreich
nutzt die Organisation zunehmend Twitter und Facebook, um zum Beispiel die Versuche der Regierung, Land ohne Zustimmung der Bevölkerung an Investoren zu verpachten, öffentlich zu machen und dagegen zu protestieren. Margit Wolfsberger von der Österreichisch-Südpazifischen Gesellschaft erläutert die Auswirkungen des Landverlusts besonders auf Frauen.

 

5. Der Fluch der reichen Erde. | 11:47 | Simone Peter

Phosphatabbau in Togo.

Togo ist wie viele afrikanische Länder ein sehr rohstoffreiches Land. Für die togolesische Bevölkerung ist dieser Reichtum jedoch mehr Fluch als Segen. Togo war lange Zeit der viertgrößte Produzent von Phosphat für Düngerprodukte und ist wieder auf dem Weg dahin. Landenteignungen, Umweltverschmutzung und Ernährungsunsicherheit sind die Folgen dieses Prozesses für die lokale Bevölkerung.

 

Kräutermedizin, angebaut und hergestellt von der Frauengruppe in Opari.

Nach der formellen Beendigung des Bürgerkrieges und der Unabhängigkeit vom Sudan im Juli 2011, kehrten viele Menschen wieder in ihre Dörfer im Südsudan zurück. Opari ist ein kleiner Ort bestehend aus 1200 Haushalten, wo die Menschen versuchen sich wieder eine Existenz aufzubauen. Die interreligiöse Frauengruppe von Opari hat gemeinsam mit einem der Ältesten ein Projekt zur Herstellung von Kräutermedizin initiiert. Sämtliche Pflanzen werden von den Frauen des Dorfes zu heilenden Salben, Tees oder Seife verarbeitet. Durch die Frauengruppe Oparis wird die ländliche Bevölkerung im Südsudan beim Anbau von Heilpflanzen unterstützt.

Gunda Stegen und Moses Bokassa vom Kräutergarten-Projekt waren live im Studio und sprachen mit Women on Air über die aktuelle Lage im Südsudan und über das Projekt.

 

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