Fathomizing Memory
Wolf Werdigier

Staffellauf des Erinnerns: Was bleibt? Oberstufe – Schüler_innen erzählen Träume und Assoziationen


Das Fortschreiten der Geschichte lässt die Zeit des Holocaust immer weiter hinter sich. Nicht nur sind immer weniger Menschen am Leben, die Zeitzeugnisse ablegen könnten, auch überlagern neu hinzukommende politische Fragen diese Erinnerungen. Einerseits wird die Fremdenfeindlichkeit der Mehrheitsbevölkerung gegenüber Migrant_innen vielfach mit Antisemitismus verglichen, was historisch nicht richtig ist. Andererseits gibt es auch jüdische Migrant_innen, insbesondere aus der ehemaligen Sowjetunion, die ein anderes historisches Gedächtnis haben. Drittens und möglicherweise am vordringlichsten ist aber, das viele der Zugewanderten Opfer von Kriegen in ihren Heimatländern sind und – durch diese traumatisiert – andere Vor- und Einstellungen mitbringen.

In einem Workshop mit Schüler_innen sollte – ausgehend von aufgezeichneten Zeitzeug_innengesprächen – über das Erzählen und Diskutieren von Träumen und mittels freiem Assoziieren ein Zugang zu den unbewussten Bildern der Schüler_innen gefunden und ein Bezugssystem hergestellt werden – „Hidden Images“/„Social Dreaming“. Diese Ergebnisse wurden in Bilder, Graphiken und Textdarstellungen „übertragen“ und ausgestellt. Die Schüler_innen haben die Ausstellung gemeinsam erkundet und hatten ausgehend davon nochmals die Möglichkeit, die im Laufe des Projekts gemachten Erfahrungs-Bilder zu diskutieren und reflektieren.

Wolf Werdigier | www.wolfwerdigier.com
Architekturstudium in Wien und London, Studium der Malerei und Design bei Jaap Bakema, Xenia Hausner, Jakob Borges und Irina Nakhova. Arbeiten der Stadtplanung in Köln, Wien, und Jerusalem. Gastprofessur am Pratt-Institut in New York, in der Universität in Stuttgart und Dozent bei der Sommerakademie Venedig. Zahlreiche internationale Bilder-Ausstellungen.