Arbeitsrechte von Frauen
Laufzeit Jänner 2011 bis Dezember 2011
Website
globale-dialoge.o94.at
Über Frauenbewegungen in aller Welt, feministischen Aktivismus sowie über Kulturschaffen von Frauen berichtet Globale Dialoge seit 2008 auf Orange 94.0. Jeden Dienstag von 13 bis 14 Uhr erhöht die
Radiogruppe Women on Air dabei die Sichtbarkeit von Frauen in der Kunst und Kulturarbeit, ihren Beitrag zur Gesellschaftsveränderung, Entwicklung und Förderung des interkulturellen Dialogs, wie auch zum Empowerment von benachteiligten Gruppen aufzeigen.
Jedes Jahr berichtet Globale Dialoge über einen anderen thematischen Schwerpunkt. Heuer stehen "
Arbeitsrechte von Frauen" im Zentrum. Dieses Thema wirft viele Fragen auf, auf die es nicht immer eine Antwort gibt:
Wer arbeitet für dich?
Woher kommt der Laptop, der auf deinem Tisch steht? Wer hat ihn zusammengebaut? Unter welchen Bedingungen und wie viel Geld hat diese Person dafür bekommen? Wer putzt in deiner Wohnhausanlage das Stiegenhaus? In der Anlage, in der sich deine Wohnung befindet, die du dir vielleicht nur mit Hilfe der Wohnbeihilfe leisten kannst.
Der Laptop ist vielleicht “made in” China, denn in Südchina befinden sich viele Firmen, die Elektroteile für verschiedene Computer-Marken herstellen. 70 Wochenstunden Arbeitszeit sind dort eher die Regel als eine Ausnahme. Viele Arbeiter_innen bekommen keine Arbeitverträge und müssen oft unbezahlte Überstunden auf sich nehmen, um ihren Job nicht zu verlieren. Denn neue Arbeitskräfte gibt es wie Sand am Meer.
Schlecht bezahlt ist sicherlich auch die diplomierte Biochemikerin aus Tschechien, die vielleicht dein oder mein Stiegenhaus putzt. Hochqualifizierte Migrant_innen werden in Österreich leider zu Leiharbeiter_innen gemacht und in schlecht bezahlte und sozial abgesicherte Berufe gedrängt. Aber auch wenn du deine Ausbildung in Österreich abgeschlossen hast, ist das noch kein Garant dafür, dass du eine passende Anstellung unter guten Konditionen bekommst. Flexibilisierung, schlecht abgesicherte Dienstnehmerinnen-Verträge und niedrige Stundensätze sind die Kennzeichen unserer neoliberalen Gesellschaft, die sich die Selbstverantwortung des Einzelnen auf die Fahnen geschrieben hat.
Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise, die in alle Bereiche unseres Lebens wirken und auch den Arbeitbereich umfassen, treffen vor allem junge Menschen, Migrant_innen und wenig qualifizierte Arbeitskräfte in einer globalisierten Welt. Die Systemkrise äußert sich im Arbeitsplatzverlust, in schlechten oder keinen Arbeitsverträgen und im Lohn-Dumping. Kurz gesagt in der Prekarisierung und Informalisierung des Arbeitslebens.
Wieso sind besonders Frauen von diesen Entwicklungen betroffen? Frauen werden aufgrund veralteter Rollenvorstellungen in schlecht bezahlte Berufe gedrängt. Frauen arbeiten vor allem im informellen Wirtschaftssektor, wo jeglicher arbeitsrechtlicher und sozialrechtlicher Schutz fehlen. Zwei Drittel aller ökonomisch aktiven Frauen sind im informellen Bereich tätig. Sie müssen den Großteil der unsichtbaren und nicht bezahlten Haushalts- und Kindererziehungsarbeit leisten. Und, Frauen werden immer noch für vergleichsweise ähnliche Arbeiten schlechter bezahlt als Männer.
Und gerade darum setzt sich die Redaktionsgruppe Women on Air dieses Jahr mit den Arbeitsrechten von Frauen auseinander. In Radiosendungen zeigen sie Arbeitsrealitäten und ihre Verbindungen zu wirtschaftlichen und politischen Strukturen auf und rücken sich selbst als Akteur_innen der internationalen Arbeitsteilung ins Blickfeld.
Projektleiterin: Aleksandra Kolodziejczyk
Weitere Infos gibt's auf der HOMEPAGE und alle, die Nachhören wollen, sind richtig im
AUDIOARCHIV .
Dieses Projekt wird unterstützt aus Mitteln der ÖZA/Austrian development Agency.