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Dienstag 06.11.2012 17:00 - 17:30
ÜBER DIE SENDUNG
BERG FIDEL, Fritz Lang Retrospektive
9. Viennale-Sondersendung
Die neunte Viennale-Sondersendung bringt ein Gespräch mit der Regisseurin Hella Wenders zu ihrem Film BERG FIDEL - EINE SCHULE FÜR ALLE, einen Überblick zu Fritz Lang und zur Retrospektive im Filmmuseum, die noch bis 29. November zu sehen ist, sowie einen Bericht über die 'The Useful Book'-Erscheinung ERINNERUNGEN AN WIEN von Fritz Lang.
Das Interview mit Hella Wenders zu Berg Fidel zum Nachhören ist hier
Den Hurchtipp des Tages (Margaret. Zu sehen am Mi, 7. Nov. 2012 - 15:30 im Künstlerhauskino.) gibt es hier zum Nachhören.
Filmbesprechung: Gasolina von Julio Hernández Cordón
Gasolina, klar, ist das Benzin. Seit einigen Jahren steht dieses Wort allerdings auch für eines der zentralen Lieder des Reaggeton, der zeitgenössischen mittelamerikanischen Hip-Hop Variante: Gasolina steht hier für die nie endende sexuelle Potenz des Mannes, seinen Saft, nach dem sich Frauen vielbehaupteterweise sehnen. Vielleicht auch ein Grund, warum Julio Hernándet Cordón seinen ersten Langfilm nach diesem Saft benannt hat. Um eine Erwartungshaltung gegenüber einem Film über männliche Jugendliche ins Leere laufen zu lassen: Nano, Ray und Gerardo haben gar nichts von dem im Reaggeton gepflegtem Bild des omnipotenten Aufschneiders und lautstarken Kleinkriminellen gemein. Sie sind drei Slacker, aufgewachsen mitten im Nirgendwo. Einem Nirgendwo, so Hans Hurch bei der Präsentation des Films fürs Viennale-Programm, einem Nirgenwo, das überall sein könnte, und doch ganz spezifisch nur dieses eine Nirgendwo sein kann. Dieses eine in Guatemala, einem Land, aus dem noch kein Film die Filmfestivals dieser Welt erreicht hat, und das durch einen gemeinsamen Kraftakt einer jungen engagierten Künstlergemeinde des Landes jetzt doch erstmals auf der Landkarte des Festivalkinos erscheint. Dort verlieben Sie sich das erste Mal, sind aber zu schüchtern, um mit dem angehimmelten Mädchen auch nur drei Sätze zu wechseln. Dort haben sie schon ausgelotet, was sie sich gegenüber der lokalen Autoritäten erlauben können. Sehr viel, denn sowohl der Dorfpolizist, als auch der rabiate Vater oder der Halbstarke vom Internetcafé sind eigentlich eher Hampelmänner als Autoritäten, und die Buben haben das schon längst durchschaut und setzen sich spielerisch und schleichend gegen sie durch. Dort liegen die drei in milden Nächten auf der Straße und hängen ihren Träumen und Problemen nach, schweifen in die Ferne: Zu den Flugzeugen über ihnen, und dem Meer, das ganz nah ist und doch schwer zu erreichen. Daher wieder Gasolina: Die Jagd nach Benzin wird zum Motor des Aufbruchs. Sie zapfen es den Nachbarn aus den Autos und trickreich stellen Geld auf für den nächsten Stopp auf der Tankstelle. Diese Tricks als Streiche zu bezeichnen klänge zu kindisch. Sie als Betrügereien zu bezeichnen, zu abgebrüht. Ihre Vorgehensweise liegt irgendwo dazwischen. Wie das Buben eben so machen. Das Benzin als Treibstoff in die Ferne, als Treibstoff zur Realisierung ihrer Träume enthält allerdings auch die Brutalität, mit der dieser Freiheitsdrang auch Hand in Hand geht. Benzin treibt nicht nur an, Benzin verbrennt auch. Und der Weg in die Freiheit lässt immer auch Leichen zurück. Da hilft auch das weiteste Meer nicht gegen die Enge in der eigenen Brust.
------ Stefan Huber
Gasolina von Julio Hernández Cordón ist bei der Viennale zu sehen am Dienstag dem 3.11. um 15:30 im Gartenbaukino und am Mittwoch, dem 4.11. um 21 Uhr in der Urania
BERG FIDEL, Fritz Lang Retrospektive
9. Viennale-Sondersendung
Die neunte Viennale-Sondersendung bringt ein Gespräch mit der Regisseurin Hella Wenders zu ihrem Film BERG FIDEL - EINE SCHULE FÜR ALLE, einen Überblick zu Fritz Lang und zur Retrospektive im Filmmuseum, die noch bis 29. November zu sehen ist, sowie einen Bericht über die 'The Useful Book'-Erscheinung ERINNERUNGEN AN WIEN von Fritz Lang.
Das Interview mit Hella Wenders zu Berg Fidel zum Nachhören ist hier
Den Hurchtipp des Tages (Margaret. Zu sehen am Mi, 7. Nov. 2012 - 15:30 im Künstlerhauskino.) gibt es hier zum Nachhören.
Filmbesprechung: Gasolina von Julio Hernández Cordón
Gasolina, klar, ist das Benzin. Seit einigen Jahren steht dieses Wort allerdings auch für eines der zentralen Lieder des Reaggeton, der zeitgenössischen mittelamerikanischen Hip-Hop Variante: Gasolina steht hier für die nie endende sexuelle Potenz des Mannes, seinen Saft, nach dem sich Frauen vielbehaupteterweise sehnen. Vielleicht auch ein Grund, warum Julio Hernándet Cordón seinen ersten Langfilm nach diesem Saft benannt hat. Um eine Erwartungshaltung gegenüber einem Film über männliche Jugendliche ins Leere laufen zu lassen: Nano, Ray und Gerardo haben gar nichts von dem im Reaggeton gepflegtem Bild des omnipotenten Aufschneiders und lautstarken Kleinkriminellen gemein. Sie sind drei Slacker, aufgewachsen mitten im Nirgendwo. Einem Nirgendwo, so Hans Hurch bei der Präsentation des Films fürs Viennale-Programm, einem Nirgenwo, das überall sein könnte, und doch ganz spezifisch nur dieses eine Nirgendwo sein kann. Dieses eine in Guatemala, einem Land, aus dem noch kein Film die Filmfestivals dieser Welt erreicht hat, und das durch einen gemeinsamen Kraftakt einer jungen engagierten Künstlergemeinde des Landes jetzt doch erstmals auf der Landkarte des Festivalkinos erscheint. Dort verlieben Sie sich das erste Mal, sind aber zu schüchtern, um mit dem angehimmelten Mädchen auch nur drei Sätze zu wechseln. Dort haben sie schon ausgelotet, was sie sich gegenüber der lokalen Autoritäten erlauben können. Sehr viel, denn sowohl der Dorfpolizist, als auch der rabiate Vater oder der Halbstarke vom Internetcafé sind eigentlich eher Hampelmänner als Autoritäten, und die Buben haben das schon längst durchschaut und setzen sich spielerisch und schleichend gegen sie durch. Dort liegen die drei in milden Nächten auf der Straße und hängen ihren Träumen und Problemen nach, schweifen in die Ferne: Zu den Flugzeugen über ihnen, und dem Meer, das ganz nah ist und doch schwer zu erreichen. Daher wieder Gasolina: Die Jagd nach Benzin wird zum Motor des Aufbruchs. Sie zapfen es den Nachbarn aus den Autos und trickreich stellen Geld auf für den nächsten Stopp auf der Tankstelle. Diese Tricks als Streiche zu bezeichnen klänge zu kindisch. Sie als Betrügereien zu bezeichnen, zu abgebrüht. Ihre Vorgehensweise liegt irgendwo dazwischen. Wie das Buben eben so machen. Das Benzin als Treibstoff in die Ferne, als Treibstoff zur Realisierung ihrer Träume enthält allerdings auch die Brutalität, mit der dieser Freiheitsdrang auch Hand in Hand geht. Benzin treibt nicht nur an, Benzin verbrennt auch. Und der Weg in die Freiheit lässt immer auch Leichen zurück. Da hilft auch das weiteste Meer nicht gegen die Enge in der eigenen Brust.
------ Stefan Huber
Gasolina von Julio Hernández Cordón ist bei der Viennale zu sehen am Dienstag dem 3.11. um 15:30 im Gartenbaukino und am Mittwoch, dem 4.11. um 21 Uhr in der Urania
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Montag 05.11.2012 17:00 - 17:30
GIRL MODEL (Interview) / TECTONICS (Interview) / LEONES
8. Viennale-Sondersendung
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