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Sendung vom 12.12.2015 16:30:

I. Sicherheit und/oder Einschränkung......




I. Sicherheit und/oder Einschränkung individueller Freiheiten versus Sicherheit statt Asylchaos

In Europa haben die Guerilla-Attentate am 13./14. November 2015 wie auch die COP21 vom 30. November bis 12.Dezember 2015 in Paris gezeigt, wie heutzutage fast alle Phänomene globale Antworten bedingen. Besonders die Guerilla-Attentate haben uns in diesem Zusammenhang zum Nachdenken über zwei mit Demokratie und Rechtsstaatlichkeit unvereinbare Parameter, nämlich das Guantanamo Gefängnis/George W. Bush einerseits und das Whistleblowing/Edward Snowden andererseits angeregt. Dass zwischen Hard Power bzw. militärischem Vorgehen im Irak und in Syrien und Soft Power im eigenen Haus die Soft Power, vor allem die Erziehung und politische Bildung in Richtung universeller Werte, auf längere Sicht gesehen die effizientere Munition zur Bekämpfung des IS sei, weil der Dschihad so heimtückisch ist und sich wie eine Metastase verbreitet, anziehend für Jugendliche wie eine “Popkultur”.

In Österreich, mangels politische Alternativen zum Weltexodus anzubieten, synchonisiert ein political criminal, H.C. Strache, dies mit dem Spruch Sicherheit statt Asylchaos. Das ist eine latente Wiederbetätigung, ein postfaschistischer “Jazz”, eine Provokation. Grundsätzlich gegen die Immigration verlangt er dabei den Rücktritt der Bundesregierung - das ist seine Alternative.

Diskussion Teil 1: Was verbindet Dschihad Popkultur und postfaschistischen Jazz? Kann Strache die Kultivierung der Feindbilder in der Zukunft verantworten, wann wird er zur Verantwortung gezogen?


II. Software am Beispiel des Kindergarten-Streits

Es geht um das Auswendiglernen der Koransuren, Trennung von Buben und Mädchen, Religion als Weg in die Isolation, eine Verengung der Lebensperspektive von Kindern. Man befürchtet die Entwicklung einer Parallelgesellschaft. Die Thematik wird aktuell auf drei Schienen bearbeitet:
1. Integrationsministerium: Es hat eine Studie zu islamischen Kindergärten und -gruppen in Auftrag gegeben. Der Studienleiter, Ednan Aslan, Universität Wien, geht in Wien von sechs Verbänden sowie einzelne Gruppen aus. Es geht um rund 10.000 Kinder, die in der Bundeshautstadt in derartige islamische Einrichtungen geschickt werden. Eine Vorstudie ergab wenig Offenheit in den islamischen Kindergärten. Eltern wie Kinder seien konservativ eingestellt, dass der Koran auswendig gelernt werde. In den Kindergärten seien ausschließlich Musliminnen beschäftigt, mit sehr kurzer und sehr unterschiedlich guten Deutschkenntnissen, und kein männlicher Pädagoge. Hier muss man festhalten, dass Ednan Aslan betont, dass es nicht um die Position von Sebastian Kurz oder der Wiener SPÖ, sondern um die Lage der Kinder in den islamischen Kindergärten gehe. Es gehe um schwarze Pädagogik: Wie anders ist es zu bezeichnen, wenn man kleinen Kindern vermittelt, dass sie das Höllenfeuer fürchten müssen und dass sie sündig sind. Eine solche Erziehung mache Angst, so Aslan in Richtung der katholischen Erziehung und verdeutlicht zugleich seinen Hang zu bzw. seine Befangenheit bezüglich des Islam.
2. Stadträtinnen: Die Wiener Sozialstadträtin Sonja Wehsely und die Stadträtin für Integration, Sandra Frauenberger, haben einen Sechspunkteplan entwickelt, wobei eine Koordinationsstelle zur Deradikalisierung und Prävention im Integrationsministerium vorgesehen ist, die mit umfassenden Kompetenzen und Ressourcen ausgestattet ist. Gemäß diesem Plan dürfte Religion in Kindergärten höchstens eine “untergeordnete” Rolle spielen. Radikale Tendenzen dürfen in Kindergärten nicht vorkommen. Klassischer Religionsunterricht habe dort keinen Platz, aber Bräuche, Riten und andere Kulturen können Teil der pädagogischen Arbeit in privaten Kindergärten sein.
3. Stadtschulratspräsident: Der frisch gebackene Stadtschulratspräsident Jürgen Czernohorszky, der eine mündige Synthese aus allem macht, hält wenig von Sanktionen und starren Regeln. Für ihn gehe es immer um das einzelne Kind, dies sei sein Grundsatz. Seine Strategie ist, dass wenn Kinder individuell abgeholt und begeistert werden können, man darauf achten müsse, wo Kinder unter Druck gesetzt werden, wo sie Extremismen ausgesetzt werden. Dagegen müsse mit aller Kraft aufgetreten werden. Beruhigend sei, dass es bei allen Fällen eine gute Zusammenarbeit mit dem Stadtschulrat gab, es funktioniert. Die vielen Schulabbrecher, die den Anschluss verlieren, sind für ihn eine genauso große Herausforderung. Für ihn ist es nicht immer eine Frage von Regeln und Kontrollmechanismen. Schule und Lernen müssen vom Kind aus gedacht werden, momentan sei Schule zu sehr auf Regeln konzentriert, so Czernohorszky. Sein Ziel ist eine Modellregion der gemeinsamen Schule in ganz Wien, dabei müssen alle mitgehen können.

Diskussion 2.Teil: Im Zusammenhang mit Soft Power, sind wir damit aus dem Schneider?

Dazu diskutieren:

Madge Gill Bukasa (Executive Director The Global Player, We The People)
Cyril Chima Ozoekwe (JournaIist The GobaI PIayer, We The PeopIe)
Simone Prenner (Vorsitzende ENARA)
Sintayehu Tsehay (Radio Ethiopia)
Moderation: Di-Tutu Bukasa