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Sendung vom 13.04.2015 20:00:

631. radio%attac - Sendung, 13. 04. 2015

Grass, "Krise verstehen" & "Mythen des Reichtums", Pflanzenschutzmittel in der EU, J. Stiglitz: US Schulden

Im Alter von 87 ist heute der deutsche Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Günter Grass gestorben. Hier zwei kurze Ausschnitte aus einen Standard-Interview vom Dezember 2014:
"Die Menschheit ist noch nie so gut informiert gewesen wie heute, sie ist überschüttet mit Nachrichten, doch die eine löscht die andere. Das Unrecht geschieht vor unseren Augen an vielen Orten der Welt, in Afrika, im Nahen Osten, in der Ukraine. Wir wissen das alles. Zu den Hungersnöten, die provoziert werden, obwohl Nahrung für alle da ist, kommt die Wasserknappheit, die Klimaveränderung. Es findet alles gleichzeitig statt. Der dritte Weltkrieg hat schon begonnen - und es ist ein Verteilungskrieg. Historiker werden im Nachhinein darüber streiten, wann genau er anfing."
Und auf die Frage: Paul Celan hat in der "Todesfuge" geschrieben, der Tod sei ein Meister aus Deutschland. Wie klingt das heute für Sie? antwortete Grass: "Das ist eine Metapher, die einen schrecklichen, realen Hintergrund hat. … Wenn wir uns die Geschichte des 20. und den Beginn des 21. Jahrhunderts ansehen, so fand Völkermord auch anderswo statt, nicht allerdings in diesem technisierten Ausmaß. Darin lag eine grauenhafte Meisterschaft, die von Deutschen bewiesen wurde. … und an anderer Stelle weiter: Wir erleben es nicht nur durch Waffengewalt, sondern auch auf schleichende Art und Weise. Wenn die Preise für Mais, Sojabohnen und andere Grundnahrungsmittel an der Börse in Chicago mit Spekulationsgewinn verhandelt werden, heißen zwei Prozent weniger oder zwei Prozent mehr unter dem Strich hunderttausend Verhungerte in Afrika und in Asien. Und das ist alltägliche Politik, auf anders meisterhafte Art ein permanenter, schleichender Völkermord. Die Monopolstellung, was Saatgut betrifft, haben vier Großkonzerne, darunter drei amerikanische, die über Leben und Tod entscheiden."
Soweit Günter Grass, einer, der nicht müde wurde, sich einzumischen.

1. „Krise verstehen“ & „Mythen des Reichtums“
Die öffentliche Debatte zur Wirtschaftspolitik ist nach wie vor dominiert vom neoliberalen Paradigma. Zwei kürzlich erschienene Bücher versuchen den Raum für eine breitere Debatte zu öffnen: „Die Krise verstehen“ und „Mythen des Reichtums“. In der ÖGB Fachbuchhandlung wurde darüber diskutiert und unser Kollege Roland Ulbrich war dabei.

2. Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in der EU - ein Beispiel von Walter Haefeker
Als Gemeinschaft müssen wir uns überlegen, wie weit das Sparen beim Staat und seinen öffentlichen Institutionen gehen soll. Er soll das öffentliche Interesse, man kann auch sagen: das Gemeinwohl, schützen und das kostet auch etwas. Das müssen wir uns leisten, wie das folgende Beispiel zeigt.

3. TTIP Jingle
Und weil ja am kommenden Samstag, dem 18. April der große Aktionstag gegen TTIP stattfindet, hat uns unsere Kollegin Karin Schuster eine kleine Aufmunterung aus Graz geschickt.

4. Joseph Stiglitz: „Die USA werden ihre Schulden immer zahlen“
Und zum Schluss noch ein Nobelpreiträger. Der Wirtschaftswissenschafter Joseph Stiglitz: