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Kapitalismuskritik
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Sendung vom 10.04.2019:

Lateinamerika heute: Venezuela, Teil 1

Über das Glück und Pech, ein Staat mit Ölvorkommen zu sein

Das Venezuela die größten Ölvorkommen der Welt hat, ist erst seit einigen Jahren bekannt. Es ist ein Ergebnis, der Prospektionen, die Venezuela mit Hilfe Rußlands und Chinas durchgeführt hat.
Ölreserven zu haben, ist eine Sache. Sie zu fördern ist eine andere. Noch dazu beseitzt Venezuela ein schwefelhaltiges Schweröl, das schwer zu raffinieren ist. Es bedarf eigener Technologie dafür, und deshalb kann es Venezuela auch nicht überall hin exportieren.

Venezuela forscht auch sehr viel in Sachen Erdöltechnologie, aber oft werden Leute abgeworben, Patente gestohlen oder Programme wegen Geldmangel eingestellt.

Die USA machen viel, um in Sachen Fördertechnologie die Nase vorn zu haben, damit sie auch darüber die Hand auf dem weltweiten Erdölhandel drauf haben können.
Wenn Venezuela oder der Iran – oder Irak? – jetzt solche Technologie in Rußland einkaufen gehen, so ist das ein Durchkreuzen der US-Pläne und sehr kriegsträchtig.

Venezuela hat auch andere Ressourcen, auf die andere scharf sind, wie Gold und Süßwasser.

Venezuela hat einiges an Forschung in Erdöltechnologie geleistet, aber viele Wissenschaftler wurden von US-Firmen abgeworben, die Patente wurden dabei mitgenommen, sodaß die USA die Technologien entickeln konnten und Venezuela leer ausging.

Das Problem der „Ressourcen“ wie dem Öl ist, daß es erstens gefördert und zweitens verkauft werden muß, damit die Bevölkerung des betroffenen Landes etwas davon hat. Unter der Erde hat es keinen Wert. Und verkaufen muß man es ins Ausland, also auch noch transportieren. Im Inland ist es auch wenig wert.

Die USA brauchen das Öl zur Stützung des Dollar und zur Beherrschung der Welt. Je mehr ölproduzierende Länder nach ihrer Pfeife tanzen, um so mehr können sie den Ölhahn auf- und zudrehen und den Ölpreis bestimmen.
Ein weiterer Grund ist die geringe Distanz Venezuelas von den USA. Tanker brauchen viel länger in die Golfstaaten. Also auch um ihrer eigenen Energieversorgung / Energiesicherheit willen möchten die USA gern ihre Hand auf das venezolanische Erdöl legen.
Und nicht nur auf dieses, auch auf andere Ressourcen, über die sie so verfügen wollen, als wären es die eigenen, während eventuelle Umweltschäden woanders stattfinden.

Venezuela wird seit Jahren bestohlen: Die venezolanische Regierung versucht seit Jahren, Medikamente und Lebensmittel weltweit einzukaufen, zahlt im voraus, und die Firmen liefern nicht. Sie wissen, Venezuela hat keine Möglichkeit, seine Interessen durchzusetzen.
Die USA enteignen Citgo, Spanien beschlagnahmt Medikamente nach Venezuela – hier wird klargestellt, eigentum unliebsamer Staaten kann jederzeit enteignet werden.
Guaidó als „anerkannter“ Präsident unterzeichnet in einem fort Eigentumsübertragungen venezolanischen Eigentums an die USA. Damit wird eine Schein-Legitimität für die Enteignung venezolanischen Eigentums geschaffen.

Vorgeschichte: Schuldenkrise, das Caracazo und der Bruch Venezuelas mit dem IWF.

Vergleich Argentiniens und Venezuelas: Inflation, Geldentwertung – beim einen Land spricht es gegen das „System“, beim anderen ist es ein kleiner Betriebsunfall, der von den Medien totgeschwiegen wird.

Der Wille der USA, ihre Hand auf die Energiequellen der Welt zu legen, ist auch bei dem Widerstand der USA gegen North Stream zu beobachten, wo Energie unabhängig von den USA fließen soll.

Playlist / Zusatzinfo:

Amelie Lanier & Zoraida | 42 Min. || Pedro Liendo / Canciones Venezolanas: A la Sombra de Un Cuji | Serenata | Don Ramón | Fulgida Luna | El San Pedro

Zum Nachhören