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trotz allem
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Sendung vom 28.06.2019 20:00:

Beiträge aus Politik und Umwelt

1)Wie kann unsere Wirtschaft anders gestaltet werden? Im Energiebereich zum Beispiel durch eine Genossenschaft statt durch kommerzielle Stromhändler. Ulfert Höhne, Mitgründer der “OurPower Energiegenossenschaft”, erzählt im Interview über seine Idee den Strommarkt radikal neu zu gestalten. Unsere Energieversorgung soll regional, persönlich und kooperativ sein. Durch die direkte Verbindung von Stromproduzent*innen und Stromkonsument*innen wollen die Gründer*innen von “OurPower” dazu beitragen, dass unsere Gesellschaft schneller die Vision von 100% Strom aus zukunftsfähigen Energieträgern (wie Sonnen-, Wind- und Wasserkraft oder Biomasse) erreicht. Wie das genau funktioniert, erzählt Ulfert Höhne im ersten Podcast der Reihe “Anders Wirtschaften”. 
 
Die vierteilige Podcastreihe “Anders Wirtschaften” entstand im Rahmen der “2nd Vienna Conference on Pluralism in Economics”, die im April 2019 in Wien statt fand. Birte Stunk, David Barmes, Katharina Keil und Kai J. Lingnau von der Gesellschaft für Plurale Ökonomik Wien haben dort verschiedene wirtschaftliche Initiativen zusammengebracht die eines verbindet - der Versuch andere wirtschaftliche Modelle in der Praxis umzusetzen. 
 
Personen: 
Ulfert Höhne (OurPower Energiegenossenschaft)
David Barmes (Gesellschaft für Plurale Ökonomik Wien)
Katharina Keil (Gesellschaft für Plurale Ökonomik Wien)
Kai J. Lingnau (Gesellschaft für Plurale Ökonomik Wien)
Birte Stunk (Gesellschaft für Plurale Ökonomik Wien)
 
Links:
OurPower Energiegenossenschaft: https://www.ourpower.coop
Gesellschaft für Plurale Ökonomik Wien: www.plurale-oekonomik.at
2nd Vienn Conference on Pluralism in Economics: http://conference.plurale-oekonomik.at
 
2) Die Insektenpopulation geht weltweit stark zurück und Menschen sind immer weniger in der Natur unterwegs und die Boulevardmedien sind im Sommerloch. Anders ist es wohl nicht erklärbar was für eine Hysterie rund um Gelsen gerade abläuft.
Wenn es dann – nach einem Hochwasser – endlich einmal wieder mehr Wasser in der Au und auch Gelsen gibt dann regieren die Menschen zum Teil wie aufgescheute Hühner. Dabei ist ein Gelsenstich im Normalfall wirklich kein Grund zur Sorge. Ob und wie stark ein Gelsendippel entsteht oder ein Juckreiz hängt von der individuellen Immunreaktion der gestochenen Person. Deren Immunsystem und Sensibilität auf Gelsenallergene ist ausschalggeben, nicht eine vermeindliche Aggressivität der Gelsen. Wer häufig gestochen wird reagiert nach einiger Zeit immer weniger auf die Stiche. Das ist auf einen Gewöhnungseffekt auf die Allergene im Gelsenspeichel zurückzuführen.

In exotischen Reisedestinationen wird von Stechmücken mitunter Malaria oder der West-Nis-Virus übertragen, in Österreich ist die Wahrscheinlichkeit sich via Gelsenstich mit etwas gefährlichem zu infizieren laut der Argentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit Arges aber sehr gering. Gefährlich sind sie also nicht die Gelsen. Nur lästig. Trotzdem wird in den Marchauen gerade vom Hubschrauber aus ein Insektengift in Granulatform ausgebracht: BTI. Dieses Kürzel steht für Bacillus thuringiensis israelensis. Bti hat erhebliche Auswirkungen auf das Nahrungsnetz der Flusslandschaften.
Bekanntlich gibt es in den mitteleuropäischen Flusslandschaften in den allermeisten Jahren zumeist zumindest ein für Gelsen für die Fortpflanzung nutzbares Hochwasser, dementsprechend häufig erfolgt auch der Bti-Einsatz. Wobei Bti dann zumeist mehrfach über eine längere Zeitspanne versprüht wird.
In allen Anwendungsgebieten hat man zu Anfang von „gelegentlicher Anwendung gegen extreme Gelsenbelastung“ gesprochen, geworden ist daraus immer eine regelmäßige, großflächige Verwendung selbst bei kleinen Überflutungen oder höheren Wasserständen. Ein gutes Beispiel dafür sind die Marchauen.
 
Bti ist innerhalb der „Gelsen“ nicht selektiv, auch die für Menschen irrelevante Tiere wie die männlichen Gelsen die ja gar nicht stechen, aber auch ganz andere Insektenarten wie z.B. die Zuckmücken werden voll erfasst. Die Wirkung auf andere Tiergruppen ist ebenfalls belegt. Vor allem wird durch die Vernichtung der Gelsen und anderer Insekten aber das Nahrungsnetz der Flusslandschaften erheblich beeinträchtigt. Im Wasser werden die Gelsenlarven insbesondere von Molchen, Libellenlarven, Wasserkäferlarven, Fischen, etc. gefressen;  am Land sind beispielsweise Amphibien, Libellen, Kleinvögel, Fledermäuse, etc. Räuber der Gelsen. Sehr viele der genannten Tiere sind gefährdet und wenn ihnen durch das BTI die Insekten als als Nahrungsquelle fehlen, ist auch ihre Population beeinträchtigt.
 
Auch wenn die kurzfristige große Anzahl der Gelsen nach einen Hochwasser dazu führt, dass die Räuber nicht alle erwischen, diese große verfügbare Biomasse an Insekten hat natürlich eine Bedeutung im Ökosystem und wird genutzt.
Und wenn die Räuber die Nahrung nicht für ihren eigenen Nachwuchs verwenden, dann fressen sie sich ein wenig Speck an. Informiert uns Christian Baumgartner

3)Inland der neue Film von Ulli Gladik

Ein stark gekürzter Mitschnitt von der Diskussion zum Film mit Ulli Gladik.
Beschreibung des Film von der Homepage:
https://inland-der-film.at/
INLAND begleitet drei FPÖ-Fans vor und nach der Nationalratswahl in Österreich: Eine Kellnerin, einen Arbeitslosen und einen kleinen Beamten. In roten Arbeiterfamilien sozialisiert, setzen sie jetzt ihre Hoffnungen auf die FPÖ. Alle drei haben großes Unbehagen gegenüber “den Ausländern”. Gleichzeitig sehnen sich nach einem besseren Leben für die „kleinen Leute”.

Der neue Film von Ulli Gladik („Global Shopping Village“) gibt intime Einblicke in ihre Probleme, Ängste und Gesinnungen und zeichnet so ein Bild einer sich im Umbruch befindenden Gesellschaft.


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