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Sendung vom 05.12.2005 20:00:

148. radioattac

1.) Eröffnung des Weltcafes/ Franz Fischler über Fair Trade 2.) "Afrika am Sand" 3.) „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“

1.) Eröffnung des Weltcafes/ Franz Fischler über Fair Trade

Fair-Trade-Produkte gibt es zwar seit einiger Zeit im Supermarkt zu kaufen. In der Gastronomie kam die konsequente Nutzung von Fair –Trade –Produkten bisher in Österreich jedoch nicht zum Einsatz. Das Weltcafe in Wien zeigt, dass es auch anders geht. Zum Thema Fair Trade haben wir auch mit Franz Fischler, der jetzt Vorsitzender des Ökosozialen Forums ist, gesprochen.
Weiterführende Informationen finden Sie auf der Homepage des Weltcafes www.weltcafe.at und auf der Homepage des Ökosozialen Forums www.oesfo.at


2.) "Afrika am Sand"

Bei der diesjährigen österreichischen Entwicklungstagung gab sich auch der bekannte deutsche Politikwissenschaftler Franz Nuscheler ein Stelldichein. Der Verfasser des umfangreichen „Handbuchs der Dritten Welt“ unterrichtet derzeit in Linz und gab vor einiger Zeit den oberösterreichischen Nachrichten ein Interview, welches uns ein wenig aufstieß:
Afrika sei vom Rest der Welt schon lange aufgegeben worden und habe sich auch selbst aufgegeben, Entwicklungshilfe bringt nichts, weil das Geld in Fässer ohne Boden laufe und die Milleniumsziele der UNO – darunter die Halbierung der Armut bis 2015- werden im Großteil der Staaten selbst nicht erreicht werden, selbst wenn die Entwicklungshilfe verdreifacht wird. Ist Afrika wirklich so am Sand Herr Nuscheler?
Und endlich das eigene Schicksal in die Hand zu nehmen braucht es aber auch ein politisches System, welches es der Bevölkerung ermöglicht, an der Regierung teilzuhaben. Wie steht Franz Nuscheler zur Einführung von afrikanischen Formen von Demokratie, wie z. B. die Einbeziehung der Chiefs, der traditionellen Herrscher, in die Regierung? Können die Politiker in Afrika noch mit dem alten Links-Rechts-Schema erfasst werden?


3.) „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“

Seit 1981 findet die Kampagne "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" vom 25. November bis 10. Dezember weltweit statt und versucht, ein wenig Licht auf die tägliche Gewalt an Frauen zu werfen. Den Beginn bildet der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen, der von 101 Ländern der UNO ratifiziert wurde. – Abschluss ist der Internationale Tag der Menschenrechte am 10. Dezember. Diese Kampagne erinnert an die Schwestern Mirabal aus der Dominikanischen Republik, die als Symbolfiguren für den Widerstand gegen männliche Gewalt gelten. Die 3 Schwestern wurden 1960 vom dominikanischen Geheimdienst im Auftrag des Diktators Trujillo brutal ermordet.
Gewalt gegen Frauen passiert an 365 Tagen im Jahr – tägliche, alltägliche Gewalt, die Ehemänner, Partner, Väter, Brüder, Freunde oder auch ganz einfach gesellschaftliche Zwänge, Traditionen oder wirtschaftliche Strukturen an Frauen begehen. An diesen 16 Tagen steht dieses Thema und die Arbeit der verschiedenen Projekte und Einrichtungen, die sich dem Kampf gegen Gewalt an Frauen verschrieben haben, im Licht der Öffentlichkeit.
Wir haben die Pressekonferenz mit Marlene Streeruwitz, Daniela Almer, Georgia Sever, Claudia Dietl, Melitta Nicponski zum Auftakt dieser Kampagne 2005 besucht. Dabei und in einem eigens dafür gestalteten Kalender stellte die Koordinationsplattform dar, wie vielfältig die Arbeit von und mit Frauen ist, wie viele diese Arbeit machen und mit welchen Varianten von Gewaltsituationen Frau in Alltag oder Nicht-Alltag konfrontiert ist. Ihre Vision ist es, an einer geschlechtergerechten Gesellschaft zu arbeiten, in der Männer ihre Macht nicht mit Gewalt aufrechterhalten.
"Was heißt es, eine Frau/ein Mädchen zu sein?"
Mit dem Satz „Es ist ein Mädchen“ führt uns Marlene Streeruwitz in das Leben und den –
bei genauem Hinsehen nicht gewalt-freien – Alltag eines Mädchens ein.
Gewalt gegen Frauen ist überall, – wir übersehen, übergehen sie, wir gehen ihr aus dem Weg, wir sehen sie ausgebreitet vor uns oder sehen ihr ins Auge. – Ihre „Bodensätzen“ – ausgebreitete Blätter zum Thema – eine Raumkunst und Kunst-Installation, erklärt uns Barbara G. Wochner.
Informationen über ihre Aktivitäten finden sich auf der Homepage des Vereins Österreichische Frauenhäuser: www.aoef.at. Weiters wollen wir noch auf die Notruf-Beratung unter Tel. 523 22 22 hinweisen. Speziell für Migrantinnen gibt’s bei LEFÖ die Tel. 581 18 81. Und abschließend noch ein Hinweis: frau liest AUF – eine Frauenzeitschrift: Tel. 533 91 64 und www.auf-einefrauenzeitschrift.at“

Mitarbeit: Andreas Lehrner, Hannes Knierzinger, Angelika Hofmann, Gerhard Gutschi