Tierrechtsradio
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Sendung vom 17.02.2006 11:00:

EU gegen Österreich: Wildtierhaltungsverbot im Zirkus

Der TR-Bewegung gelingt es scheinbar erstmals die EU in die Knie zu zwingen: das österr. Wildtierhaltungsverbot im Zirkus könnte gegen die EU-Kommission verteidigt werden.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 10. – 16. FEBRUAR 2006

Pelzdemos. Am 11. und am 16. Februar wurde vor dem P&C in der Mariahilferstrasse in Wien gegen Pelz demonstriert. Zusätzlich gabs am 10. Februar am Hauptplatz in Graz und am 11. Februar am Stefansplatz in Wien Pelzdemos.

Internationaler Protesttag gegen die Pelzproduktion in China. Anlässlich eines internationalen Protesttages gab es am 13. Februar eine Demo vor der chinesischen Botschaft in Wien. Kürzlich wurden Filme von chinesischen Pelzfarmen weltweit publik, auf denen die Häutung noch lebender Tiere zu sehen sind, die dann mit vollständig abgezogener Haut noch zu gehen versuchen. Aufgrund immer schärferer Pelzfarmverbote in Europa wandern die Pelzfarmen nach Asien aus.

Vogelgrippe erreicht Österreich. Am 14. Februar wurden die ersten Fälle von Vogelgrippe in Österreich bekannt. Bei 2 Wildschwänen, die südlich von Graz tot aufgefunden wurden, konnte der aggressive Erreger nachgewiesen werden. Es wurde ein auf Risikozonen begrenztes Stallpflichtgebot für Hausgeflügel erlassen. In Italien ist aufgrund der Vogelgrippe der Absatz von Hühnerfleisch um 70% zurückgegangen, 30.000 Personen haben in dieser Branche ihren Job verloren, 28.000 weitere Entlassungen stehen bevor. Der Gesamtschaden wird in Italien bisher auf 600 Millionen Euro geschätzt.

Vogelgrippe-Demo gegen Hühnerfleisch. Am 16. Februar wurde vor der KFC-Filiale am Handelskai in Wien gegen den Konsum von Hühnerfleisch demonstriert. Denn der durch die Massentierhaltung entstandene Vogelgrippevirus kann sich nach Angaben der Gesundheitsbehörden, der WHO und der UNO auch durch nicht ganz durchgekochtes Fleisch oder Eier, sowie durch Essen, das auf demselben Brett wie infiziertes Fleisch oder Eier zubereitet wurde oder sogar durch berühren von infizierten Eierschalen übertragen.

P&C möchte VGT klagen. Seit 2002 wird eine Kampagne gegen P&C wegen deren Pelzhandel durchgeführt. Zuletzt hat eine Genanalyse die Kampagne gestärkt, nach der ein bei P&C in Deutschland gekaufter Pelzkragen von einem Hund stammte. Die entsprechenden Berichte davon auf der Webseite des Tierrechtsvereins VGT möchte P&C nun einklagen. Ebenso werden unbekannte TäterInnen aus dem Umfeld des VGT für Plakataktionen gegen P&C verantwortlich gemacht, die denselben Umstand verbreiteten. Die Polizei hat mit Ermittlungen begonnen.

Gute Aussichten für österreichisches Wildtierverbot im Zirkus. Im Jahr 2005 beschwerten sich deutsche Zirkusse bei der EU-Kommission, in Österreich nach dem gesetzlichen Verbot von Wildtieren im Zirkus nicht mehr in gewohnter Weise auftreten zu dürfen. Dadurch sei die EU-Dienstleistungsfreiheit verletzt, weshalb Österreich vor das EU-Gericht müsse. Am 7. Februar stimmte das deutsche Parlament mehrheitlich einem Antrag der Grünen zu, dass sich die deutsche Bundesregierung gegenüber der EU-Kommission dafür einsetzen soll, das österreichische Wildtierverbot zu erhalten. Zusätzlich wurde am 16. Februar die Dienstleistungsrichtlinie der EU im EU-Parlament beschlossen, wonach sich die DienstleisterInnen an den Gesetzen des Landes orientieren müssen, in dem sie die Dienstleistung bieten. Wenn der EU-Rat diesen Beschluss ratifiziert, dann müsste das auch für Zirkusse und das österreichische Wildtierverbot gelten.

Schlachthofbesitzer verurteilt. Am 14. Februar wurde ein Waldviertler Schlachthofbesitzer wegen schweren gewerbsmäßigen Betruges zu 30 Monaten Haft verurteilt worden, davon 20 bedingt. Für Richterin Andrea Hüttl war es erwiesen, dass der Angeklagte zwischen 1998 und Ende 2001 282 Tonnen Rindfleisch aus Osteuropa umetiketikettiert und als österreichisches Fleisch verkauft hatte. Den KonsumentInnen sei durch diese Vorgehensweise ein Schaden von fast 78.000 Euro entstanden, sagte Hüttl in ihrer Urteilsbegründung.

2te Nacht des Fuchses in Salzburg. Am 12. Februar fand in Obertrum in Salzburg bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr die 'Abschlußfeier' zur 'Nacht des Fuchses' statt. Die JägerInnen hatten wieder 6 Füchse und 4 Marder getötet und waren mit der Ausbeute sichtlich zufrieden. Jeder Todesschütze erhielt als Prämie vom Oberjäger feierlich einen Hut überreicht.

US-Vizepräsident schiesst auf Jagd Menschen nieder. Am 11. Februar hat US-Vizepräsident Cheney einen Jagdfreund angeschossen. Danach folgte tagelanges Schweigen samt zunehmender Kritik daran. Am 16. Februar beugte sich Cheney dem Druck und wandte sich zerknirscht mit einem Geständnis an die Öffentlichkeit. Nie werde er das Bild vergessen, wie sein Freund nach dem Schuss gefallen sei. Er selbst sei ganz alleine schuld.

Pelztierbefreiung. Ende Jänner wurden die einzigen 2 Zuchtnerze einer Pelzfarm in der Normandie in Frankreich von der ALF befreit. Dieselbe Farm ist bereits 2001 von der ALF besucht worden.

TibeterInnen verbrennen Pelze. Nachdem der Dalai Lama sie persönlich dazu aufgefordert hatte, den Handel mit Pelzen gefährdeter Arten zu beenden, begannen die TibeterInnen am 15. Februar mit Pelzverbrennungen. Diese Änderung in der Einstellung der TibeterInnen könnte vor allem den Tiger vor der Ausrottung retten.

500 Tiere drohten in Tiertransporter zu verdursten. Für 2 niederländische Viehtransporter war an der Grenze in Deutschkreutz Endstation. Die Polizei stoppte die LKWs: Unter qualvollen Strapazen waren hunderte Schweine in den Laderäumen zusammengepfercht. Stundenlang hatten die Tiere kein Wasser bekommen, sie drohten zu verdursten!

Tiertransportblockade in Australien. In Devenport in Australien wurde am 11. Februar das mit für den Mittleren Osten bestimmten Schafen beladene Schiff Al Messilah blockiert. 12 AktivistInnen wurden bei der Aktion von der Polizei festgenommen. In der folgenden Nacht malten Unbekannte die Worte „Death Ship“ an die Schiffswand.

Vorankündigungen:

Jeden Samstag 13-18 Uhr Pelzdemo vor dem P&C in der Mariahilferstrasse in Wien und 16-20 Uhr am Stefansplatz
17-19. Februar Tagung zur kritischen Theorie zur Befreiung der Tiere, Uni Hamburg, Deutschland