Tierrechtsradio
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Sendung vom 04.08.2006 11:00:

Tierschutz im Unterricht

Das Projekt "Tierschutz im Unterricht", bei dem TierrechtslehrerInnen Schulen besuchen, gedeiht gegen den Widerstand der Ministerien. Eine Tierschutzlehrerin im Gespräch.

TIERRECHTSNACHRICHTEN VON 28. JULI – 3. AUGUST 2006

Tierrechtsdemos und -aktionen.
Am 28. und 29. Juli sowie am 3. August wurde vor dem P&C in der Mariahilferstrasse in Wien gegen Pelz demonstriert.
Am 29. Juli wurde eine Nachtdemo am Wiener Stefansplatz für Tierrechte abgehalten, allerdings sehr bald wegen Regens abgebrochen.

Europaweiter Demotag gegen REACH-Tierversuche.
Am 2. August wurde europaweit gegen die von der EU geplanten 5 Millionen Tierversuche für Giftigkeitstests von 30.000 vor 1981 auf den Markt gebrachten Chemikalien demonstriert. Die tierversuchsfreie Kosmetikfirma Lush organisierte zusammen mit lokalen Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen vor allen ihren Filialen – so auch in Wien in der Rotenrumstrasse – Proteste, in deren Rahmen als Kaninchen verkleidete AktivistInnen darauf aufmerksam machten, dass auch geschätzte 750.000 Kaninchen bei diesen Testreihen sterben werden.

Aktivismus-Trainingscamp.
Von 28. – 30. Juli trafen sich über 40 AktivistInnen in einem Camp in Österreich um in zahllosen praktischen Workshops direkte Aktionen wie Blockaden und Besetzungen aber auch Jagdsabotagen und Gewaltprevention zu üben. Auch der Umgang mit Behörden und das Bestehen auf den eigenen Rechten gegenüber aggressiver Exekutive konnte in gespielten Szenen geprobt werden. An den abendlichen Lagerfeuern bei veganem Grill wurde über Aktivismus diskutiert.

4 Fasanerien geschlossen.
Nach einer TR-Kampagne sind seit Anfang 2005 Fasanerien gesetzlich geregelt. So müssen den Fasanen altersabhängig ein Mindestplatz zur Verfügung stehen, ihre Voliere muss mindestens 2,5 m hoch sein und es dürfen die Schnäbel der Fasane nicht mehr kupiert oder durchbohrt werden, wie das in Fasanerien üblich ist. Im Jahr 2005 wurden mehr als 15 Fasanerien deshalb von TRlerInnen angezeigt. Am 3. August meldeten AktivistInnen, dass jetzt 2 der angezeigten Fasanerien vollständig aufgelöst und abgebaut, und 2 weitere, davon 1 sehr große mit vielen Volieren, unbesetzt sind. Der Überwuchs von Pflanzen in den Volieren belege, dass diese Fasanerien zumindest heuer auch nicht mehr besetzt werden. Allerdings wurden ganz in der Nähe einer unbesetzten Fasanerie nur 20 m über der ungarischen Grenze neue Fasanerien gefunden.

Polizeiaktion gegen P&C-Demo für rechtswidrig erklärt.
Im Rahmen der seit 2002 geführten Kampagne gegen P&C wurde auch Ende Dezember 2005 vor der Filiale in der Mariahilferstrasse in Wien demonstriert, diesmal allerdings mit einer Wäscheleine vor der Auslage, auf der Pelztierbilder aufgehängt waren. Aufgrund der Beschwerde von P&C griff die Polizei ein, drohte mit Festnahmen und entfernte schliesslich die Demomaterialien mit Gewalt. Die TRlerInnen legten Beschwerde beim Unabhängigen Verwaltungssenat Wien ein und am 27. Juli wurde ihnen Recht gegeben und die Polizeiaktion als rechtswidrig und entgegen der verfassungsmässig geschützten Versammlungsfreiheit erklärt. Die Polizei muss den TRlerInnen auch fast € 700 Prozesskosten ersetzen.

Illegaler Tiertransporter gestoppt.
Am 28. Juli folgten AktivistInnen einem Schweinetransporter, der von Holland über Österreich in die Slowakei auf dem Weg war, um 650 Schweine dorthin zur Endmast zu bringen. Der Lastwagen war überladen und bot den Tieren kein Wasser. Dennoch durfte er polizeilich genehmigt weiterfahren. Die Schweine werden zur Schlachtung letztendlich wieder lebendig nach Deutschland transportiert werden.

Hochstände entsorgt.
Am 31. Juli wurden 2 Hochstände bei Leoben in der Steiermark umgesägt und ihre Scheiben zerbrochen.

Anti-HLS Aktionen in Österreich.
Erst jetzt wurde bekannt, dass es nach den Aktionstagen gegen Europas grösstes kommerzielles Tierversuchslabor von 12. – 14. Juli in Österreich zu weiteren Aktionen gegen HLS-KundInnen gekommen war. Am 15. Juli wurden die Autoreifen von 9 Autos am Parkplatz der Firma Glaxo SmithKline in Wien aufgestochen und Anti-HLS Slogans auf die Autos gesprayt. Am 17. Juli überschütteten Unbekannte einen Klein-LKW und ein Auto der Firma Roche in Wien mit Lackentferner und stachen den Fahrzeugen die Reifen auf. Anti-HLS Sprüche wurden am Gebäude von Roche angebracht. Zusätzlich bemalten AktivistInnen die Häuserwand, den Eingang und das Auto einer leitenden Angestellten von Novartis in Wien mit Anti-HLS Slogans.

Anti-Hls Aktionen in den USA.
In einem Bekennerbrief vom 27. Juli geben AktivistInnen an, am 13. Juli an die Firma Phenomenex, die HLS mit Laborgeräten beliefert, eine Bombendrohung geschickt zu haben. Am 26. Juli wurde dem Besitzer von Phenomenex ein Brief mit 5 Rasierklingen nach Hause geschickt.

9 Jahre Haft wegen Tierquälerei.
In den USA ist ein Mann zu 9 Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er einem Schäferhund aus Ärger über dessen Gebell im November 2005 ein Messer zwischen die Augen gerammt hatte. Der 41-Jährige habe gefühllos und bösartig gehandelt, begründete Richterin Anita Dymant am 28. Juli ihre Entscheidung.

Brandanschlag gegen Stierkampfstatue.
Ende Juli wurde in Millas in Südfrankreich die Statue eines Stierkämpfers niedergebrannt. In einem Bekennerbrief steht, dass diese Aktionen nicht aufhören werden, solange die Massaker in den Stierkampfarenen weitergehen.

Vorankündigungen:

Jeden Samstag 10-18 Uhr Pelzdemo vor dem P&C in der Mariahilferstrasse in Wien
4. August ab 18:30 Uhr Vortrag über Tierrechtsphilosophie, Rotenmühlg. 4, 1120 Wien
14. und 15. Oktober 2006: Süd-Ost Europa TR-Konferenz in Wien, www.animalconference.eu