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Sendung vom 08.11.2007 18:00:

Identität vs. Religion

Diskussion zum Thema "Aktivistinnen aus muslimischen Kontext zwischen übertriebener Political Correctness und Kopftuchverbot?!" mit Miriam Troschl (Programmleiterin von "Islam im Gespräch" auf Radio FRO) und Helga Suleiman (Historikerin, Aktivistin im Interkulturellen Frauenverein Dschanuub) statt. Es moderierte Dr. Tania Araujo.

m Donnerstag, den 25.10.2007 von 16:00 - 16:30 wurde die Ausstellung \"Identität vs. Religion\" von Raquel Muñoz in der Schaufenstergalerie von MAIZ in der Hofgasse 11, 4020 Linz eröffnet. Von 16:30 -17:30 fand eine Diskussion zum Thema "Aktivistinnen aus muslimischen Kontext zwischen übertriebener Political Correctness und Kopftuchverbot?!" mit Miriam Troschl (Programmleiterin von "Islam im Gespräch" auf Radio FRO) und Helga Suleiman (Historikerin, Aktivistin im Interkulturellen Frauenverein Dschanuub) statt. Es moderierte Dr. Tania Araujo.

Die Künstlerin Raquel Muñoz, sie konnte an der Diskussion leider nicht teilnehmen, zitiert und situiert eine der unberührbaren Ikonen des Christentum - La Pietà - neu. Die Frauenfigur - weiß bemalt, einer Statue ähnlich - steht im Gegensatz des Kannons ausdruckslos und voller körperlicher Spannung, tragend einen schlappen männlichen Körper.

Den figurale Komplex hat sie auf einem weißen Hintergrund kontextuiert und damit verschmilzt der weibliche Körper in ihn und suggeriert die stechende Präsenz des White Cubes. Die Posterserie wurde bereits im Februar 2006 von der Gemeinde der Stadt Zaragoza in einer Einzelausstellung gezeigt. Den Namen einer der spannendsten Jungkünstlerin, die bekannte Werke auf und mit Hilfe einer sehr spezifischen weiblichen Ästhetik interpretiert, hat sich Raquel Muñoz mit der Ausstellung in Caja Madrid im April 2007 verfestigt, wo sie sich als "Die nackte Maja" von De Goya fotografieren ließ, allerdings mit gebunden Augen, Händen und Füßen. Ikonografisch spricht die Posterserie La Pietà in ihrer traditionellen Dimension an. Darüber hinaus spricht die Kunst von Raquel in einer alltäglichen Sprache und wirft die Frage über die Rolle der Frau im Religiösen, über ihrem Körper als Subjekt von kulturellen, sozialen, ökonomischen und politischen Definitionen auf, kurz: die Body Politics.

Die silouettenhaften weiblichen Körper, die permanent an ihre Existenz erinnern sollen, sind das zentrale Thema in der Kunst von Parastou Forouhar, Shirin Homann-Saadat, Nilbar Gures - eine Reihe von Künstlerinnen mit muslimischen Hintergrund, die das Thema Religion aus einer ausschließlich feministischen Ausgangspunkt betrachten. Welche Korrelationen es zwischen weiblicher Kunst zum Thema Religion aus der Position verschiedener Religionen gibt und ob diese als politische Anforderungen zu verstehen sind, werden die Aktivistinnen und Künstlerinnen bei der Diskussion, die zusammen mit Radio FRO organisiert wird, erfragen.

weitere Informationen:

http://www.maiz.at/index.php?id=94
http://www.fro.at/article.php?ordner_id=1&id=1239