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Sendung vom 03.06.2010:

radia #270: fremde dezibel / stille post

produziert von maiz/iftaf/trafo.k / Alfred Grubbauer, Christine Schörkhuber für den aktuellen radia-beitrag von orange 94.0

"fremde dezibel in oberösterreich"
maiz/iftaf/trafo.k

Das Hörspiel FREMDE DEZIBEL IN OBERÖSTERREICH basiert auf Interviews mit Migrantinnen aus Linz und Umgebung und beschäftigt sich mit den Verschränkungen zwischen Sprache, Gewalt, Ausgrenzungen, Rassismus, Sexismus und Protagonismus. Bei den Gesprächen ging es vor allem um die Erfahrungen dieser mit der deutschen Sprache und um Formen der Aneignung der Mehrheitssprache von Minderheitsangehörigen. Uns interessierten Beobachtungen, Erzählungen und Interventionen in die deutsche Sprache sowie Vermischungen zwischen der deutschen Sprache und den jeweiligen Muttersprachen: Kontaminationen, syntaktische „Umstrukturierungen“, Neologismen ...

Ursprünglich entstand die Soundcollage als Audioinstallation bei einem Projekt von maiz (Fremde Dezibel in Oberösterreich / Festival der Regionen 2000). Damals wurden Hörspiele zu den Themen Kommunikation zwischen Migrantinnen und Mehrheitsmännern, Aneignung der deutschen Sprache sowie zu Interventionen in diese durch Migrantinnen in Zusammenarbeit mit dem institut für transakustische forschung (iftaf) erarbeitet und in verschiedenen Bahnhöfen Oberösterreichs als sprechende Gepäckstücke präsentiert.
Für das Projekt „RebellInnen!“ von trafo.K wurde das Audiomaterial von iftaf (Ernst Reitermaier), maiz (Rubia Salgado) und Marty Huber (Dramaturgin im Projekt RebellInnen!) überarbeitet und neu kompiliert.
Links:
www.iftaf.org
www.trafo-k.at
www.maiz.at


“Stille Post”
Alfred Grubbauer, Christine Schörkhuber 2008
Ein Ausgangstext wurde von in Niederösterreich lebenden mehrsprachigen Personen weitergegeben. Dreimal wanderte der Text durch verschiedene Sprachen. Nach dem Prinzip der Stillen Post wurde ein Spiel mit der Sprache initiiert.
Was passierte mit den Worten auf ihrer Reise, wie wird ein Text transformiert?
Jede/r Mitspieler/in gab den Worten eine eigene Prägung und veränderte so die sinnstiftende Deutung. Es gibt keine "falsche" Übersetzung.
Der Textverlauf ist Anlass, diese Möglichkeit von Mehrdeutigkeit genauer zu betrachten - und sich auch mit dem Gefühl des Nicht-Verstehens bewusst auseinanderzusetzen.
Es wird ein genauerer Blick auf die Heterogenität einer regionalen Bevölkerung geworfen.
Stille Post ist ein Kunstprojekt für den öffentlichen Raum, das sowohl visuell als auch akustisch in Erscheinung tritt und im Rahmen des Viertelfestivals 08 durchgefürt wurde.
Ein 4 Meter langer Kasten beinhaltet eine vierkanalige Audioinstallation, in der die Sprachkomposition zu hören ist. Die drei Verläufe, die bei der Stillen Post entstanden sind, sind dabei sowohl klar in der Reihenfolge der Textweitergabe als auch als abstrakte Stimmfragmente hörbar.
Das Konzept wurde gemeinsam dem bildenden Künstler Alfred Grubbauer entwickelt und durchgeführt.
Es wurde in Rahmen des Viertelfestivals Mostviertel 08 realisiert. Das Ton – und Bildobjekt war in vier Kleinstädten öffentlich und frei zugänglich zu sehen.
Die Website öffnet sozusagen eine Hintertür für diejenigen, die genauer hinschauen wollen. Die einzelnen Spieler/innen sind auf der website kurz vorgestellt.
Manche haben die Gelegenheit genutzt, öffentlich zu formulieren, was sie gerne einmal sagen würden. Andere wiederum zogen vor, nur einige Eckdaten bekannt zu geben oder überhaupt anonym zu bleiben.
Es geht ums Hinhören, um die leisen Töne und um das, was sich zwischen Zeichen abspielt.
mehr auf http://www.chschoe.net/
http://members.aon.at/croete/index.htm