Player
Zur Zeit spielt o94 musik. Bei klick auf den Button öffnet sich der Player in einem neuen Fenster
Wake up
Zur Übersichtsseite von Wake up.
Sendung vom 12.03.2011:

Wake up - Erdbeben und Tsunami in Japan

Wake up - Erdbeben und Tsunami in Japan Wake up 12.03.2011, 11-12 Uhr, UKW 94.0

Wake up - Erdbeben und Tsunami in Japan
Wake up 12.03.2011, 11-12 Uhr, UKW 94.0

Diesmal berichten wir über aktuelle Ereignisse in Japan:

Erdbeben und Tsunami in Japan: (zitiert aus: wikinews.org)

Schweres Erdbeben vor der japanischen Küste löst verheerenden Tsunami aus

Tokyo (Japan), 11.03.2011 – Heute um 14:45 Uhr japanischer Zeit (11. März 2011 05:46:23 UTC) hat ein schweres Erdbeben der Stärke 8,9 auf der Momenten-Magnituden-Skala mit einem Epizentrum rund 370 Kilometer nordöstlich von Tōkyō einen schweren Tsunami ausgelöst. Die zehn Meter hohe Welle traf Japans Nord-Ost-Küste nahe der Großstadt Sendai (130 Kilometer westlich des Epizentrums) und verursachte schwere Schäden. Die Zahl der Toten steigt weiterhin. Die Polizei hat inzwischen bestätigt, dass an einem Strandabschnitt in der Nähe von Sendai zweihundert bis dreihundert Leichen entdeckt wurden. Viele Einwohner würden jedoch vermisst, gaben die Behörden bekannt. Unter anderem hat man keine Kenntnis von dem Verbleib eines Passagierschiffes mit mehr als 100 Menschen an Bord, das vom Tsunami mitgerissen wurde. Vermisst wird auch ein Eisenbahnzug, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Wie viele Menschen vermisst werden, lässt sich derzeit nicht abschätzen
Ostjapan mit dem Epizentrum des Erdbebens

Kernkraftwerk Fukushima

Das Pacific Tsunami Warning Center in Honolulu hat für den gesamten Pazifik eine Tsunamiwarnung der höchsten Stufe ausgegeben. Diese betraf zunächst Japan, die Pazifikküste Russlands, die Marcusinsel, die Nördlichen Marianen, Guam, Wake und Taiwan, wurde jedoch schon bald auf alle Anrainerstaaten des Pazifischen Ozeans erweitert. Es ist das zweite Mal, dass für das gesamte Meeresgebiet zwischen Asien, Australien und Amerika die höchste Warnstufe ausgerufen wurde.

Der Tsunami war wie zuvor in Taiwan und auf den Philippinen an der indonesischen Küste niedrig, doch die Bewohner haben dennoch höhere Gebiete aufgesucht, doch herrschte bei der Bevölkerung, die sich noch gut an die Auswirkungen des Seebebens im Indischen Ozean 2004 erinnerten, große Beunruhigung. In Hawaii kam es nach ersten Berichten nicht zu wesentlichen Schäden, doch in Hilo auf Big Island erreichte der Tsunami eine Amplitude von von 141 Zentimetern und in Kahului auf Maui 174 Zentimetern. An der Küste Kaliforniens und Oregons erwarteten die US-Behörden eine zwei bis drei Meter hohe Flutwelle. Sie forderten deswegen die VBevölkerung auf, die Strände zu meiden. US-Präsident Barack Obama betonte in einer Pressekonferenz die Aufforderung an die Anwohner an der Pazifikküste der Vereinigten Staaten, „wenn man ihnen sagt, sie sollen sich in Sicherheit bringen, dann tun Sie, was man Ihnen sagt.“ Auf dem Highway 101 kam es vereinzelt zu Stauungen durch erhöhten Verkehr.
In Tōkyō hat das Erdbeben mehrere Brände ausgelöst.

Ersten Berichten aus Tōkyō zufolge erschütterten die Erdstöße minutenlang die japanische Hauptstadt. Es kam in der Stadt zu einigen Bränden. Mindestens vier Millionen Einwohner des Großraumes Tōkyō sind ohne Strom. In der Nähe von Tōkyō brennt eine Ölraffinerie. Der Flughafen in Tōkyō und die U-Bahn haben ihren Betrieb eingestellt. Fahrende Shinkansen-Züge wurden automatisch angehalten. Der Flughafen in Sendai wurde von einer zehn Meter hohen Flutwelle überschwemmt.

Laut Medienberichten wurden elf von landesweit insgesamt 55 Kernkraftwerken automatisch heruntergefahren. Die japanische Regierung hat als Vorsichtsmaßnahme einen „atomaren Notstand“ erklärt, weil ein Kühlsystem eines Kernkraftwerks ausgefallen war. Im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi gab es Probleme mit dem Herunterkühlen des Reaktors, weil nicht ausreichend elektrische Energie zur Verfügung stehe. Laut Medienberichten, die sich auf die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) in Köln berufen, lief die Reaktorkühlung des Reaktors in Fukushima Daiichi nur noch mit Hilfe eines Notstromaggregates. Wenn die Stromversorgung ganz ausfallen sollte, drohe schlimmstenfalls eine Kernschmelze, sagte GRS-Sprecher Sven Dokter. Mitarbeiter des Reaktorbetreibers, Tokio Electric Power, bemühten sich um die Wiederherstellung der Notstromversorgung des Werks, um wieder Wasser in die Reaktoren pumpen zu können, in denen der Wasserstand bedrohlich abgenommen hatte. Nach Angaben der japanischen Atomaufsicht wird zurzeit versucht, aus einem anderen Kernkraftwerk eine Ersatzbatterie für den Notbetrieb des Kühlsystems zu beschaffen. Nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Jiji Press ist es in Reaktor Nummer Eins zu einem Druckanstieg gekommen. Konkret bestehe das Risiko eines Strahlungslecks. Um den Druck zu mindern, wird erwogen, Dampf aus dem Reaktor abzulassen. Dabei könnte Radioaktivität in die Atmosphäre freigesetzt werden.

Zum Zeitpunkt des Bebens waren drei von insgesamt sechs Siedewasserreaktoren des Kraftwerks in Betrieb, die sich dann automatisch abschalteten, als das Erdbeben begann. Die Regierung hat inzwischen die Evakuierung einer Zone von zwei Kilometern um dieses Kernkraftwerk angeordnet. Davon sind rund 3.000 Menschen betroffen. Zur Unterstützung der Evakuierung schickte die Regierung Armee-Einheiten in die Region. Auch die Wiederaufbereitungsanlage Rokkasho im Nordosten Japans wird nur noch mit Notstrom gekühlt.

Nach den Angaben der US-amerikanischen Erdbebenwarte war das Erdbeben das stärkste, das Japan seit Beginn verlässlicher Aufzeichnungen getroffen hat und das weltweit fünftstärkste seit Beginn des 20. Jahrhunderts.


Die stärksten Erdbeben seit 1900 Ort Datum Stärke
Valdivia, Chile 22.05.1960 9,5
Prince William Sound, Alaska 28.03.1964 9,2
Westlich Sumatra 26.12.2004 9,1
Kamtschatka 04.11.1952 9,0
Japan 11.03.2011 8,9
Vor Maule, Chile 27.02.2010 8,8
Vor der Küste Ecuadors 31.01.1906 8,8
Rat Islands, Alaska 04.02.1965 8,7
Nordsumatra 28.03.2005 8,6
Assam 15.08.1950 8,6
Südsumatra 09.03.1957 8,6

Quelle: USGS National Earthquake Information Center

Wissenschaftler vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam rechnen auch in den nächsten Monaten mit weiteren schweren Nachbeben. Als Ursache des Erdbebens machten die GFZ-Forscher Verschiebungen von Erdplatten im Pazifischen Ozean aus. Birger-Gottfried Lühr vom GFZ erklärt das so: „Die Pazifische Platte taucht unter die Eurasische Platte.“ Das Beben in Japan befindet sich in einer Zone rund um den Pazifik, die als „Pazifischer Feuerring“ bekannt ist. Dieser kennzeichnet die Ränder der Pazifischen Platte, an denen sich zahlreiche Vulkane befinden und wo auch immer wieder Erdbeben stattfinden. Die Pazifischen Platte bewegt sich in 100 Jahren um zwölf Meter (Plattentektonik) – genug, um tektonische Spannungen aufzubauen, die sich periodisch in Erdbeben und Vulkanausbrüchen entlang der Plattengrenzen entladen und so Tsunamis verursachen können.


Das heutige Beben der Stärke 8,9 löste in Japan auch Erdrutsche aus, daraufhin standen zahlreiche Gebäude in Flammen. Laut US-Erdbebenwarte gab es mindestens 23 größere Nachbeben, bei denen hunderte Menschen starben.

Japan hat auch den atomaren Notstand ausgerufen. Das schwerste Nachbeben erreichte ca. 40 Minuten nach dem ersten Erdstoß der Stärke 8,9 einen Wert von 7,1. Augenzeugen berichteten, dass die Erde immer wieder bebt. Japan ist im Ausnahmezustand.

Unzählige Fernsehbilder zeigten, wie an der Ostküste des Landes Autos und Schiffe von den Wassermassen mitgerissen wurden, aus der an der Küste gelegenen Präfektur Miyagi wurden auch zahlreiche Verletzte gemeldet. Auch in der Hauptstadt Tokio war das Erdbeben zu spüren, mehrere Brände brachen aus und Menschen wurden verletzt.

Laut Regierungsangaben brachen im Nordosten rund 50 Feuer aus, wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete. Auch die Küste der südlich der Stadt Sendai gelegene Präfektur Fukushima wurde nach Meldungen der Nachrichtenagentur Kyodo von einem sieben Meter hoher Tsunami überflutet. Derzeit gibt es mehrere Videoaufnahmen von Augenzeugen auch auf YouTube.com. Über 300 Tote sind bis jetzt bestätigt worden.

Nach dem verheerenden Erdbeben und dem darauf folgenden enormen Tsunami liegen weite Teile des Küstengebietes im Nordosten Japans in Trümmern. Es kamen mindestens 300 Menschen ums Leben, jedoch befürchtet, dass die Zahl noch weiter ansteigen wird. Medienberichten zufolge erreichte eine zehn Meter hohe Tsunami-Welle die Küste in der japanischen Hafenstadt Sendai. Die japanische Marine schickte bereits Schiffe in die betroffenen Regionen.

In weiten Teilen des Landes wurde der Flug- und Zugverkehr eingestellt, so auch am Hauptstadtflughafen Narita. In der Hauptstadt Tokio wurde auch der U-Bahn-Verkehr eingestellt. Beim Einsturz eines Daches während einer Zeugnisübergabe mit 600 Teilnehmern wurden in Tokio mehrere Menschen verletzt.

Mehrere Atomkraftwerke und Raffinerien wurden stillgelegt, ein großes Stahlwerk und eine Ölraffinerie stehen in Flammen. In einem AKW ist bereits ein Brand ausgebrochen, daraufhin hat die Regierung den atomaren Notstand ausgerufen, wobei keine direkte Bedrohung der Bürger gegeben sei, so die Regierung. Die japanische Regierung vermutet, dass es sich bei dem Beben der Stärke 8,9 um das schlimmste Erdbeben in der Geschichte des Landes handelt. Internationale Hilfe ist bereits unterwegs.

Wetterinfos: (mit freundlicher Genehmigung der ZAMG Wien)

Der Sonnenschein überwiegt und es ziehen höchstens hohe Wolken durch. Der Wind weht mäßig bis lebhaft aus südlichen Richtungen. Die Temperaturen steigen von rund 0 Grad in der Früh auf Höchstwerte um 14 Grad.

Japan:

Schweres Seebeben vor der Küste Honshus in Japan 11. März 2011


Am 11. März 2011 um 05h46 Weltzeit (14h46 Ortszeit) ereignete sich knapp vor der japanischen Küste der Insel Honshu (38,322°N, 142,369°E, Daten von USGS) ein verheerendes Seebeben. Die Magnitude betrug nach vorläufigen Angaben vom U.S. Geological Survey 8.9, entsprechend der vorliegenden Daten war es somit weltweit das fünftstärkste Erdbeben, das seit 1900 mit Mess-Instrumenten je aufgezeichnet wurde, sowie das stärkste Erdbeben in der Geschichte Japans. Das Epizentrum des Bebens lag etwa 130 Kilometer östlich der Hafenstadt Sendai sowie etwa 370 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokyo. Die Herdtiefe wird mit 25 km angegeben.

Infolge von untermeerischen Versetzungen des Untergrundes kam es zur Ausbreitung eines Tsunami, der an der japanischen Küste Wellenhöhen von zehn Metern erreichte und zu Verwüstungen führte. Die Meereswogen werden sich im Laufe der nächsten zwanzig Stunden mit abnehmender Wellenhöhe über den gesamten Pazifikraum ausbreiten.

Es ist eine Katastrophe mit unabsehbaren Ausmaßen in diesem hochtechnisierten Land, wo wegen der großen Erdbebengefährdung sehr strenge Baustandards gelten. Es wird von schwersten Schäden berichtet, selbst aus den Städten Tokyo und Yokohama werden schwere Schäden und Brände gemeldet. Man muss mit einer hohen Anzahl an Todesopfern und Verletzten rechnen.

Die Bebenwellen benötigen zwölf Minuten, um vom Bebenherd nach Österreich zu gelangen. Sie wurden an allen 15 Stationen des Österreichischen Erdbebendienstes registriert. Das untenstehende Seismogramm wurde an der seismischen Station am Conrad-Observatorium in Niederösterreich aufgezeichnet und zeigt einen Ausschnitt von etwa 1,5 Stunden.



Die Ursache für das Japan-Erdbeben war eine ruckartige Unterschiebung der pazifischen Platte unter die Eurasische Platte, wobei in dieser Region komplizierte tektonische Verhältnisse vorherrschen. Die Platten bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von etwa 8 cm pro Jahr auf einander zu. Dem Hauptbeben ging in den letzten zwei Tagen bereits eine Reihe von Vorbeben voran, das stärkste erreichte eine Magnitude von 7.2, zahlreiche Nachbeben wurden registriert, mit weiteren muss in den nächsten Monaten gerechnet werden.


Wiener Linien Infos:

Samstag, 12. März
U2, 44, 77A, 87A, 89A

Sonntag, 13. März
U3, 52, 47A, 48A, 46

Montag, 14. März
U1, 1, 80A, O, 67

Moderation: Wake up Team

Stay tuned!

Begriffserklärung Erdbeben:

Als Erdbeben werden messbare Erschütterungen des Erdkörpers bezeichnet. Der deutlich größte Anteil aufgezeichneter Erdbeben ist zu schwach, um von Menschen wahrgenommen zu werden. Auch andere Bewegungen der Erdoberfläche, wie etwa durch Tidenhub oder durch Eigenschwingungen der Erde (Erdspektroskopie), sind nicht fühlbar, da sie zu langsam erfolgen oder zu schwach sind. Erdbeben bestehen in der Regel nicht aus einzelnen Erschütterungen, sondern ziehen meist weitere nach sich. Man spricht in diesem Zusammenhang von Nachbeben.

Starke Erdbeben können Häuser und Bauten zerstören, Tsunamis und Erdrutsche auslösen und dabei Menschen töten. Sie können die Gestalt der Erdoberfläche verändern und zählen zu den Naturkatastrophen.

Unterseeische Erdbeben werden im Volksmund auch als Seebeben bezeichnet. Treten mehrere Erdbeben innerhalb eines begrenzten Zeitraums auf, so spricht man von einem Erdbebenschwarm bzw. Schwarmbeben. In Deutschland gibt es gelegentlich Erdbebenschwärme im Vogtland und am Hochstaufen.

Die Wissenschaft, die sich mit Erdbeben befasst, heißt Seismologie.

Begriffserklärung: Tsunami

Tsunami (jap. 津波, Hafenwelle; aus 津, tsu, Hafen, und 波, nami, Welle) bezeichnet eine oder mehrere außergewöhnlich hohe Wellen, die überwiegend durch Erdbeben unter dem Meeresboden ausgelöst werden. Auch ein Felssturz, das Kalben eines Eisbergs oder ein Gletschersturz kann Tsunamis auslösen.

Tsunamis werden oft als Flutwellen bezeichnet, ihre Entstehung hat jedoch nichts mit den tageszeitlichen Wechseln zwischen Ebbe und Flut (Gezeiten) zu tun. Ebenso wenig werden Tsunamis durch Wind verursacht. Sie sind damit von sogenannten Riesen- oder Monsterwellen zu unterscheiden.

Auf offenem Meer werden Tsunamis kaum bemerkt, in Ufernähe jedoch können starke Tsunamis weiträumige katastrophale Schäden verursachen und ganze Küstenstriche verwüsten. Solche Erscheinungen zählen zu den Naturkatastrophen.

Playlist / Zusatzinfo:

s.o.