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Sendung vom 13.08.2011:

Wake up - mit Theo Lingen

Wake up - mit Theo Lingen Wake up 13.08.2011, 11-12 Uhr, UKW 94.0

Wake up - mit Theo Lingen

Diesmal im Porträt ein interessanter Schauspieler: Theo Lingen

Theo Lingen (* 10. Juni 1903 in Hannover; † 10. November 1978 in Wien; eigentlich Franz Theodor Schmitz) war ein deutscher Schauspieler, Regisseur und Buchautor. Er war mit der Sängerin Marianne Zoff verheiratet, der ersten Frau Bertolt Brechts.

Leben

Theo Lingen war Sohn eines Justizrates und wuchs in Hannover in der Hagenstraße nahe der Innenstadt auf. Er besuchte das Königliche Goethegymnasium (Vorgänger der Goetheschule) in Hannover, das er allerdings ohne Abschluss verließ. Bei Proben für eine Schulaufführung im Boulevard-Theater Schauburg wurde sein schauspielerisches Talent entdeckt. Den Namen der Geburtsstadt seines Vaters, Lingen im Emsland, nahm er als Künstlernamen an. 1922 spielte er am Residenztheater Hannover, 1923 in Halberstadt, 1924 in Münster, 1926 in Recklinghausen. Auf der Bühne erwarb sich Theo Lingen früh den Ruf eines superben Charakterkomikers, dessen virtuos-marionettenhafte Pointenarbeit immer wieder bewundert wurde.

Lingen spielte 1929 in Frankfurt am Main den Macheath in der zweiten Inszenierung der Dreigroschenoper und wurde daraufhin nach Berlin geholt, um die Rolle in der immer noch mit großem Erfolg laufenden Ur- Inszenierung zu übernehmen.

Auch Filmregisseur Fritz Lang war von Lingens Qualitäten überzeugt: In M – Eine Stadt sucht einen Mörder (D 1931) und Das Testament des Dr. Mabuse (D 1933) beeindruckte Lingen durch ernste Rollen.

Dem breiten Publikum wurde Theo Lingen jedoch vor allem als Filmkomiker bekannt. Insgesamt wirkte er ab 1929 (erste Leinwandrolle in Ins Blaue hinein) in über 200 Filmen mit. Zusammen mit Hans Moser bildete er in zahlreichen Filmen ein sehr kontrastreiches Komikerpaar. Auch in den Filmen von Heinz Rühmann wirkte er häufig als wichtiger Nebendarsteller. Die näselnde Stimme – die er übrigens privat nicht besaß – war sein Markenzeichen. Auch konnte er sehr effektvoll mit den Ohren wackeln. Gelegentlich (so z. B. in dem Film Die Wirtin zur Goldenen Krone) führte Lingen auch Regie. In den 1960er und 1970er Jahren sah man ihn häufig in Comedyserien wie Klimbim und Filmklamotten wie Die Lümmel von der ersten Bank oder dem Remake von Die Feuerzangenbowle. Er spielte auch zweimal den „Sir David Lindsay“ in den ersten Karl-May-Filmen der 1950er Jahre, einmal in Die Sklavenkarawane und in Der Löwe von Babylon. Er trat allerdings auch in nichtkomödiantischen Rollen wie die des „Sergeant Cuff“ in der Wilkie-Collins Fernsehverfilmung Der Monddiamant (1973) auf. Außerdem moderierte er von September 1975 bis kurz vor seinem Tod 1978 die Sendung Lachen Sie mit Stan und Ollie im ZDF. Hier kündigte er die Originalfilme des Komikerduos Dick und Doof an. Diese Anmoderationen sind größtenteils auf den Dick-und-Doof-DVDs enthalten. Hier zeigte sich der Komiker größtenteils von seiner ernsten Seite. Er beschäftigte sich hauptsächlich mit den Themen des gezeigten Films oder mit dem Leben von Stan Laurel und Oliver Hardy.

Da seine Frau jüdischer Herkunft war und er somit bei den Nazis im Dritten Reich als „jüdisch versippt“ galt, was normalerweise einem Berufsverbot gleichkam, spielte Lingen mit dem Gedanken, ins Exil zu gehen. Er erhielt aber aufgrund seiner Popularität eine Sondergenehmigung und konnte weiter auftreten. 1944 verlegte er seinen Wohnsitz nach Wien, Anfang 1945 zog er sich nach Strobl am Wolfgangsee zurück.

Dort wurde er allerdings nicht, wie gelegentlich fälschlich berichtet, im Juni 1945 zum Ersten Bürgermeister gewählt. Ab 1948 wirkte er als Charakterdarsteller am Wiener Burgtheater. Als Gastdarsteller war er auch auf bundesdeutschen Theaterbühnen immer wieder zu sehen. Legendär sind seine Carl-Sternheim-Rollen unter der Regie von Rudolf Noelte.





Grab von Theo Lingen mit der falschen Angabe zum Sterbejahr
Der privat als ungemein ernst, still und belesen geschilderte Theo Lingen schrieb das 1942 erschienene Lustspiel „Johann“, das mit ihm selbst in einer Doppelrolle kurz darauf von R. A. Stemmle verfilmt wurde, und außerdem den Erzählband „Das kann doch nicht wahr sein“.

Seine Tochter Ursula Lingen wurde ebenfalls Schauspielerin. Theo Lingen erlitt im Oktober 1978 einen Kollaps aufgrund einer Krebserkrankung, an deren Folgen er am 10. November 1978 in einem Krankenhaus in Wien verstarb. Die Stadt Wien widmete dem Wahlwiener Theo Lingen ein Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 32 C, Nummer 46). Seine Grabplatte gibt aus unbekannten Gründen als Sterbejahr 1979 an.

2006 widmete die Gemeinde Strobl dem Schauspieler eine von der Wiener Künstlerin Prof. Eva Mazzucco gestaltete Skulptur, welche auf dem eigens getauften „Theo-Lingen-Platz“ aufgestellt wurde.

In Lingen (Ems) wurde 2007 ein neugeschaffener Platz vor einer ebenfalls neuen Unterführung nach Theo Lingen benannt.

Filmographie:

1929: Ins Blaue hinein (Kurzfilm)
1930: Das Flötenkonzert von Sanssouci
1930: Die Große Sehnsucht
1930: Dolly macht Karriere
1930: Zwei Krawatten
1931: M – Eine Stadt sucht einen Mörder
1931: Mann ist Mann (Kurzfilm)
1931: Meine Frau, die Hochstaplerin
1931: Nie wieder Liebe
1931: Ronny
1931: Die Firma heiratet
1932: Frederike
1932: Der Orlow
1932: Die Gräfin von Monte-Christo
1932: Große Bluff
1932: Zwei himmelblaue Augen
1932: Der Frauendiplomat
1932: Moderne Mitgift
1932: Das Testament des Cornelius Gulden
1932: Flucht nach Nizza
1932: Ein Toller Einfall
1932: Zigeuner der Nacht
1932: Nur ein Viertelstündchen (Kurzfilm)
1932: Mein Name ist Lampe (Kurzfilm)
1932: Im Banne des Eulenspiegels
1933: Das Testament des Dr. Mabuse
1933: Ein Unsichtbarer geht durch die Stadt
1933: Ihre Durchlaucht, die Verkäuferin
1933: Gipfelstürmer
1933: Der Doppelgänger
1933: Walzerkrieg
1933: Keine Angst vor der Liebe
1933: Liebe muß verstanden sein
1933: Der Jäger aus Kurpfalz
1933: Zwei im Sonnenschein
1933: Eine Stadt steht Kopf
1933: Die Goldgrube (Kurzfilm)
1933: Die Blumenmädchen vom Grand-Hotel
1933: Das Lied vom Glück
1933: Die kleine Schwindlerin
1933: Höllentempo
1933: Marion, das gehört sich nicht
1933: Kleiner Mann – was nun?
1933: Kleines Mädel – großes Glück
1933: Wie werde ich energisch? (Kurzfilm)
1933: Welle 4711 (Kurzfilm)
1933: Gutgehendes Geschäft zu verkaufen (Kurzfilm)
1933: … und wer küßt mich?
1933: Meine Frau – seine Frau (Kurzfilm)
1934: Ein Walzer für dich
1934: Der Doppelgänger
1934: … heute Abend bei mir
1934: Die Finanzen des Großherzogs
1934: Gern hab’ ich die Frau’n geküßt
1934: Der Verlorene Sohn
1934: Ich kenn’ Dich nicht und liebe Dich
1934: Herr oder Diener (Kurzfilm)
1934: Mein Herz ruft nach Dir
1934: Liebe dumme Mama
1934: Ein Mädel wirbelt durch die Welt
1934: Schön ist es, verliebt zu sein
1934: Csibi, der Fratz
1934: Ich sehne mich nach dir
1934: Ich heirate meine Frau
1934: Ihr größter Erfolg
1934: Die Abschieds-Symphonie (Kurzfilm)
1934: Schlagerpartie (Kurzfilm)
1934: Konjunkturritter
1935: Der Himmel auf Erden
1935: Ich liebe alle Frauen
1935: Wer wagt – gewinnt
1935: Der Ammenkönig
1935: Ein Falscher Fuffziger
1935: Frühjahrsparade
1935: Das Einmaleins der Liebe
1935: Winternachtstraum
1935: Petersburger Nächte
1935: Held einer Nacht
1935: Im weißen Rößl
1935: Der Schlafwagenkontrolleur
1935: Die Katz’ im Sack

1936: Ungeküßt sollst du nicht schlafen gehn
1936: Fräulein Veronika
1936: Premiere
1936: Der Verkannte Lebemann
1936: Ein Hochzeitstraum
1936: Die Entführung
1936: Opernring / Im Sonnenschein
1937: Zauber der Bohème
1937: Der Mann, von dem man spricht
1937/1938: Der Tiger von Eschnapur
1937/1938: Das indische Grabmal
1938: Tanz auf dem Vulkan
1938: Die unruhigen Mädchen
1938: Immer wenn ich glücklich bin..!
1939: Marguerite : 3 (auch Regie)
1939: Opernball
1940: Herz modern möbliert (auch Regie)
1940: Rosen in Tirol
1940: Sieben Jahre Pech
1941: Hauptsache glücklich (Regie)
1941: Was geschah in dieser Nacht? (auch Regie)
1941: Frau Luna (auch Regie)
1942: Wiener Blut
1942: Liebeskomödie (auch Regie)
1942/1943: Tolle Nacht (auch Regie)
1942/1943: Johann
1943/1944: Es fing so harmlos an (auch Regie und Drehbuch)
1943: Das Lied der Nachtigall (auch Drehbuch und Regie)
1944/1945: Liebesheirat (auch Regie und Drehbuch)
1944/1949: Philine (auch Regie)
1947: Wiener Melodien (Regie)
1947: Hin und her (auch Regie und Drehbuch)
1950: Jetzt schlägt’s 13
1950: Der Theodor im Fußballtor
1951: Durch Dick und Dünn (auch Regie und Drehbuch)
1952: Schäm dich, Brigitte
1952: Heidi
1955: Heidi und Peter
1955: Wenn die Alpenrosen blüh’n, Regie Richard Häussler
1955: Wie werde ich Filmstar? (auch Regie)
1955: Die Wirtin zur Goldenen Krone (auch Regie)
1956: Meine Tante – deine Tante
1956: Opernball
1957: Almenrausch und Edelweiß
1957: Die Unschuld vom Lande
1957: Drei Mann auf einem Pferd
1958: Ein Lied geht um die Welt
1958: Was ihr wollt
1958: Die Sklavenkarawane
1958: Im Prater blüh’n wieder die Bäume
1958: Eine Reise ins Glück
1959: Der Löwe von Babylon
1959: Die Nacht vor der Premiere
1960: Pension Schöller
1960: Drei schräge Vögel (Der Teufel hat gut lachen)
1963: Der Musterknabe
1963: Das alte Hotel
1967: Der Vogelhändler
1967: Das große Glück
1967: Die Heiden von Kummerow und ihre lustigen Streiche
1967/1968: Die Witzeakademie
1968: Die Lümmel von der ersten Bank – Zur Hölle mit den Paukern
1968: Die Lümmel von der ersten Bank – Zum Teufel mit der Penne
1969: Die Lümmel von der ersten Bank – Pepe, der Paukerschreck
1969: Die Lümmel von der ersten Bank – Hurra, die Schule brennt!
1970: Wer zuletzt lacht, lacht am besten
1970: Die Lümmel von der ersten Bank – Wir hau’n die Pauker in die Pfanne
1970: Die Feuerzangenbowle
1971: Tante Trude aus Buxtehude
1971: Die Lümmel von der ersten Bank – Morgen fällt die Schule aus
1971: Wenn mein Schätzchen auf die Pauke haut
1971: Hilfe, die Verwandten kommen
1972: Die Lümmel von der ersten Bank – Betragen ungenügend
1972: Die tollen Tanten schlagen zu
1972: Hauptsache Ferien
1972: Immer Ärger mit Hochwürden
1973: Der Monddiamant
1975: Hoftheater (Fernsehserie)
1975: Lady Dracula (Erstaufführung 1978)
1975: Der Geheimnisträger
1978: Zwei himmlische Töchter
1975–1978: Lachen Sie mit Stan und Ollie (Moderation)

Theo Lingen
Schauspieler, Regisseur



1903
10. Juni: Theo Lingen (eigtl. Franz Theodor Schmitz) wird als Sohn des Justizrats Theodor Schmitz und dessen Frau Maria Magdalena (geb. Overzier) in Hannover geboren.


1921
Nach dem Abitur am Königlichen Goethe-Gymnasium Hannover debütiert er an der "Schauburg" Hannover als Darsteller ohne jegliche Bühnenausbildung. Lingen spielt vor allem in expressionistischen Dramen mit.


1922-1924
Zu Beginn seiner Karriere hat Lingen Bühnenengagements in Hannover und Halberstadt. Am Residenztheater Hannover spielt er u.a. den "Ferdinand" in "Kabale und Liebe" (1922) von Friedrich Schiller (1759-1805) sowie den "Ritter" in "Elga" (1922) von Gerhart Hauptmann.
In dieser Zeit legt er sich den Künstlernamen "Lingen" zu, nach der Geburtsstadt seines Vaters.


1924-1926
Lingen spielt am Stadttheater Münster erstmals komische Rollen, z.B. den "John Worthing" in "Bunbury" (1925) von Oscar Wilde (1854-1900). Mit diesem Stück debütiert er als Theaterregisseur.


1926-1929
Engagement am Neuen Theater in Frankfurt/Main. Anfänglich tritt er nur in kleineren Rollen auf und muß daneben u.a. als Conférencier bei Modenschauen arbeiten.


1928
Hochzeit mit Marianne Brecht (geb. Zoff). Sie war zuvor mit Bertolt Brecht verheiratet. Aus der Ehe geht eine gemeinsame Tochter hervor.


ab 1929
Lingen ist hauptsächlich in Berlin als Bühnendarsteller tätig, z.B. im Theater am Schiffbauer Damm, im Staatstheater und im Komödienhaus. Er hat großen Erfolg als "Mackie Messer" in Brechts "Dreigroschenoper" (1929). Daraufhin engagiert Brecht ihn für weitere Stücke, z.B. "Mann ist Mann" (1931) oder "Die Mutter" (1932).


1930
Anatole Litvak entdeckt Lingen für den Film. Seine erste Rolle hat er als "Conny Coon" in der Komödie "Dolly macht Karriere" (1930).


1931
Lingen lernt Gustaf Gründgens kennen, der sein komödiantisches Talent entdeckt. Beide verbindet fortan eine enge künstlerische Freundschaft.


1933
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten spielt Lingen mit dem Gedanken, ins Exil zu gehen. Da er für sich jedoch kaum Möglichkeiten auf Arbeit im Ausland sieht, bleibt er in Deutschland. In den folgenden Jahren übernimmt er zumeist komische Rollen.


1936-1944
Von Gründgens engagiert, ist Lingen Mitglied am Preußischen Staatstheater.


ab 1937
Endgültiger künstlerischer Durchbruch mit einer Reihe von Film-Komödien. Zusammen mit Hans Moser steht er für "Die unruhigen Mädchen" (1937), "Opernball" (1939), "Wiener Blut" (1942) sowie weiteren Filmen vor der Kamera. Der nuschelnde Moser und Lingen mit seiner prägnanten, näselnden Stimme sind beim Publikum sehr beliebt. Die vielen Angebote übernimmt er auch, um seine Familie zu schützen. Da Lingens Frau "Halbjüdin" ist, kann er nur mit einer Sondergenehmigung von Joseph Goebbels auftreten.


1939-1945
Nach dem Debüt als Spielfilmregisseur mit "Marguerite:3" (1939) folgen 18 weitere Filme, z.B. die Operettenverfilmung "Frau Luna" (1941) oder "Hauptsache glücklich" (1941) mit Heinz Rühmann. Zudem hat sein eigenes Bühnenstück "Was wird hier gespielt?" (1939) im Berliner Staatstheater Premiere. Ein weiterer Erfolg ist das Stück "Johann" (1942).
Während des Zweiten Weltkriegs intensiviert er seine Arbeit, um einer Einberufung in die Wehrmacht zu entgehen. Bis Kriegsende spielt er in über 100 Filmen mit.


1946
Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft, weil er einen Neuanfang in der deutschen Filmproduktion aufgrund der wirtschaftliche Verhältnisse für schwierig hält. Er wählt Wien als ständigen Hauptwohnsitz.


ab 1948
Mitglied im Ensemble des Wiener Burgtheaters. Daneben nimmt er an Gastspielen auf deutschen Bühnen teil. Zu seinen wichtigsten Theaterrollen zählen u.a. der "Wehrhahn" in "Biberpelz" (1950) von Gerhart Hauptmann oder der "Riccaut de la Marlinière" in "Minna von Barnhelm" (1954) von Gottholt Ephraim Lessing (1729-1781).


ab 1950
Der im Privatleben als öffentlichkeitsscheu, still und ernst charakterisierte Lingen dreht eine Vielzahl von Filmkomödien, beispielsweise "Der Theodor im Fußballtor" (1950), "Die Feuerzangenbowle" (1970), "Tante Trude aus Buxtehude" (1971), "Immer Ärger mit Hochwürden" (1972) und die siebenteilige Filmreihe "Die Lümmel von der ersten Bank" (1967-1972).
Er ist ein Star des deutschen Films. In seinen Filmen bricht er nur selten aus dem gewohnten Rollenschema aus. Lingen spielt unnahbare Charaktere mit den Allüren eines Großbürgers. Mit seiner näselnde Stimme treibt er dabei die sogenannte preußische Tugend auf die Spitze. Dem Publikum ist er hauptsächlich als penibler Schuldirektor oder spießbürgerlicher Sonderling bekannt. Anspruchsvollere Filmangebote bleiben aus.


1954
Theatertournee in Buenos Aires. Er tritt mit seinen Stücken "Johann" und "Theophanes" sowie "Nicht zuhören meine Damen!" von Sacha Guitry (1885-1957) am Teatro Alemán (Deutsches Theater) auf.
Herbst: Gastspiel in New York.


1971
An der Staatsoper Hamburg steht er als "Styx" in "Orpheus aus der Unterwelt" von Jacques Offenbach (1819-1880) zum letzen Mal auf der Bühne.


1978
10. November: Theo Lingen stirbt in Wien.


Der Schauspieler Theo Lingen wurde als Franz Theodor Schmitz in Hannover geboren.
Er gab sein Theaterdebüt 1921 am Boulevardtheater Schauburg in Hannover. In den kommenden Jahren spielte er u.a. am Stadttheater Münster, am Neuen Theater in Frankfurt und ab 1931 auch an verschiedenen Stätten in Berlin. Dabei beschränkte er sich nicht nur auf das Spiel auf der Bühne, sondern verfasste auch eigene Stücke, die er jeweils selbst inszenierte.
1930 rief der Film und es begann eine enorm arbeitsreiche Zeit, die bis in die 70er Jahre Bestand haben sollte.
Zu Beginn seiner Filmkarriere spielte Theo Lingen auch in Tanz- und Gangsterfilmen mit, in denen er noch nicht als Komiker eingesetzt wurde, so in "Dolly macht Karriere" (30), "Das Flötenkonzert von Sanssouci" (30), "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" (31), "Die Gräfin von Monte Christo" (32), "Der Orlow/Der Diamant des Zaren" (32) und "Das Testament des Dr. Mabuse" (33).

Doch die komische Wirkung, die Theo Lingens Darstellungen auf das Publikum hatte, liess sich nicht übersehen. Ab 1933 werden die Komödienfilme seine Domäne, wobei Hans Moser ein wichtiger Partner wurde mit über 20 gemeinsamen Filmen.
Seine häufig gespielten Figuren wie Diener und Würdenträger erfreuten sich einer ungemeinen Beliebtheit und schon bald war Theo Lingen nicht mehr aus dem deutschen Unterhaltungsfilm wegzudenken.

Ab 1936 führte Theo Lingen auch erstmals Regie, begonnen mit den Kurzfilmen rund um Till Eulenspiegel wie "Wie Eulenspiegel sich einmal erbot, zu fliegen" (36) oder "Wie Eulenspiegel ein Urteil spricht" (36), später folgten auch Spielfilme wie "Herz modern möbliert" (40), "Frau Luna" (41) und "Liebeskomödie" (42).
Zu den bekanntesten seiner zahlreichen Filme bis Kriegsende gehören "Die Finanzen des Grossherzogs" (33), "Herr oder Diener" (34), "Der Himmel auf Erden" (35), "Der Kurier des Zaren" (35), "Der Mann, von dem man spricht" (37), "Die verschwundene Frau" (37), "Der Tiger von Eschnapur" (37), "Das indische Grabmal" (37), "Tanz auf dem Vulkan" (38), "Sieben Jahre Pech" (40), "Johann" (42) und "Schuss um Mitternacht" (44).

Nach dem Krieg ging Theo Lingen zunächst auf Theatertournee durch österreichische Städte. 1946 bekam er die österreichische Staatsangehörigkeit und setzte seine Theaterkarriere im deutschsprachigen Europa bis in die 70er Jahre fort.

Der Nachkriegsfilm bot Theo Lingen vor allem in der Anfangszeit weiterhin interessante Rollen, so "Der Theodor im Fussballtor" (50), "Es schlägt 13" (50), "Die Diebin von Bagdad" (52), "Heidi" (52), "Der Mustergatte" (56) und "Familie Schimek" (57).
Doch der deutsche Unterhaltungsfilm rutschte immer mehr ins Seichte und zog den unvergleichlichen Komiker mit sich. Nicht selten stellte er hypernervöse Charakteren dar, deren Komik sich nur noch an der Oberfläche bewegte, anspruchsvollere Rollen blieben die Ausnahme.
Dennoch erfreuten sich die Komödien und Klamaukfilme grösster Beliebtheit und hielten Theo Lingens Popularität aufrecht.
Zu seinen bekanntesten Filmen in den nächsten Jahren gehören "Die Beine von Dolores" (57), "Pension Schöller" (60), "Der Teufel hat gut lachen" (60), "Die Lümmel von der ersten Bank" (68), "Pepe, der Paukerschreck" (69), "Hurra, die Schule brennt" (69), "Die Feuerzangenbowle" (70) und "Immer Ärger mit Hochwürden" (72).

Mehr Abwechslung seines schauspielerischen Repertoirs bot ihm in den 60er Jahren das Fernsehen, wo er auch in ernsten Rollen auftreten durfte wie in "Die Kassette" (61), "Minna von Barnhelm" (63), "Tonio Kröger" (64) und "Was ihr wollt" (68).

Theo Lingens letzte Arbeiten umfassen u.a. die Serie "Klimbim" (74), "Lady Dracula" (75) und die Serie "Zwei himmlische Töchter" (78).

Theo Lingen war seit 1928 mit der Sängerin Marianne Zoff verheiratet. Ihre Tochter Ursula Lingen wurde ebenfalls Schauspielerin.

Wetterinfos: (mit freundlicher Genehmigung der ZAMG Wien)

Sonnenschein und dichte Wolken wechseln einander ab, dabei sind zeitweise auch kurze Regenschauer wahrscheinlich. Der Wind weht mäßig aus West. In der Früh liegen die Temperaturen um 18 Grad, tagsüber um 24 Grad.

Am Samstag ist der Himmel in Wien wechselnd bewölkt, vielerorts kommt auch die Sonne heraus. Die Luft kühlt sich in der Früh auf 16 Grad ab und erwärmt sich während des Tages bis auf 26 Grad. Der Wind kommt aus westlicher Richtung.

Am Sonntag ist das Wetter in Wien sonnig bei nahezu wolkenfreiem Himmel. Dabei kühlt es sich in den Morgenstunden auf 14 Grad ab, im Tagesverlauf werden dann 27 Grad erreicht. Der Wind bläst aus südlichen Richtungen.

Am Montag teilen sich Sonne und Wolken den Himmel. Dazu kühlt sich die Luft in den Frühstunden auf 17 Grad ab und erwärmt sich tagsüber bis auf 28 Grad. Der Wind weht aus Südost.

Am Dienstag wechselt sich die Sonne mit leichter Bewölkung ab. Die Tiefstwerte liegen bei 18 Grad, die Höchsttemperaturen bei 25 Grad, und der Wind weht aus Nordwest.

Wiener Linien Info:

Samstag, 13. August
U4, 62, 10, 60, 60A

Sonntag, 14. August:
U1, 5, 5A, 90A, 92A

Moderation: Wake up Team

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Playlist / Zusatzinfo:

s.o.