Meine Jazzkiste
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Sendung vom 25.05.2011 23:00:

Brother Soul - Mr. Andy Bey

Folge 29 - Meine Jazzkiste

Der schwarze (soulige) Sänger und Pianist Andy Bey gehört zu den erstaunlichsten Wiederentdeckungen der letzten Jahre. Mr. Bey kam schon früh mit dem Blues und Jazz in Berührung; er war erst dreizehn Jahre alt, als sein erstes R&B-Soloalbum erschien, Mama's Little Boy's Got the Blues; als Teenager gründete er mit seinen beiden Schwestern Salome und Geraldine ein Trio namens Andy and The Bey Sisters (1961). Die Vokalgruppe bereiste mehrere Festivals in Europa, wobei sie in Paris eine legendäre Aufnahme mit Kenny Dorham, Barney Wilen und Kenny Clarke machten. Das Trio nahm wenig später zwei swingende Alben für Prestige und eines für RCA auf. 1967 trennte sich allerdings die Gruppe, und ab den 1970er Jahren arbeitete Andy Bey allein weiter, u. a. als Sänger mit Max Roach, Horace Silver, Duke Pearson und Gary Bartz, für den er auch die zornigen Song- und Protesttexte gegen den Vietnamkrieg und die herrschenden Rassendiskriminierung in Amerika schrieb. Gelegentlich arbeitete er mit Pharoah Sanders und dem Perkussionisten Mtume zusammen und unterrichtete Gesang auch an der Jazzschule in Graz, wo er Aufnahmen mit seiner kroatisch-österreichischen Band aufnahm. Von da an kehrte Bey wieder zu einer am Hardbop orientierten Musik zurück und hatte damit mehr Resonanz bei Publikum und Presse gefunden. Anfang 2004 erschien sein Album American Song, mit Liedern aus der Feder von Cole Porter, Jerome Kern, Duke Ellington oder Billy Strayhorn. Musikbeispiele: Bey Sisters: Smooth Sailin' (Arnette Cobb), rec. 1961; Bey Sisters: Bye Bye Blackbird (Ray Henderson/Mort Dixon), rec. 1959; Bey Sisters: 'Round Midnight (Monk/Williams), rec. 1965; Bey Sisters: Feeling Good (Cole Porter), rec. 1965; Bey Sisters: Hallejulah, I Love Her So (Ray Charles), rec. 1965; Bey Sisters: Sister Sadie (Horace Silver), rec. 1964; Bey Sisters: Willow Weep For Me (Ann Ronell), rec. 1965; Bey Sisters: Besame Mucho (Velazquez), rec. 1965; Andy Bey & Max Roach: Members Don't Git Weary (Max Roach), rec. 1968; Andy Bey & Horace Silver: The Show Has Begone (Horace Silver), rec. 1970; Andy Bey & Horace Silver: Old Mother Nature Calls (Horace Silver), rec. ca.1971; Andy Bey & Gary Bartz Nu-Troup: Rise (Gary Bartz), rec. 1970; Andy Bey & Gary Bartz Nu-Troup: Uhuru Sasa (Gary Bartz), rec. 1970.