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Sendung vom 02.09.2017 16:30:

Kriegshysterie zwischen USA und Nordkorea

Kriegshysterie zwischen USA und Nordkorea
Die Weltpolitiklosigkeit Europas und eine Schutzmission

Phänomene in der Art wie Krieg entstehen zunächst im Kopf. Dieser Krieg „Trump gegen Kim Jong Un“ ist insofern gewollt und im Gange, weil die Gesetze der bisherigen Weltordnung entkräftet sind. Ihr Kredit ist hoffnungslos überzogen. Kim Jong Un und „sein Volk“ wollen durch eine Atomkriegshysterie und den magischen ersten Schlag ihr politisches Überleben und ihre Macht an Land sichern. Trump ist in seinem narzisstischen Wortgefecht mit Kim so gefangen, dass die Eskalationsspirale kein Ende zeigt. Immer neue unkontrollierte Drohungen und Gegendrohungen führen dazu, dass eine Seite sich eines Tages gezwungen sehen könnte anzugreifen, um einem vermuteten ersten Schlag des Gegners zuvorzukommen. Für diesen Konflikt gibt es keine militärische Lösung. Die Risiken sind so gewaltig für alle Beteiligten, für Korea sowieso, aber auch für die Region und die ganze Welt. Ein Krieg würde wohl Hunderttausende das Leben kosten, Südkorea mit der Hauptstadt Seoul zerstören, vielleicht sogar Städte in Amerika. Nordkorea würde in Schutt und Asche gelegt werden, die Weltwirtschaft einen Schock erleiden.

Die Weltpolitiklosigkeit Europas besteht darin, dass Staats- und Regierungschefs sowie Außenminister nicht nur in diesem Konflikt lauter Zwerge sind, sondern auch im Zusammenhang mit der weltpolitischen Architektur des am 28/08/2017 in Paris stattgefundenen sogenannten Mini-Gipfels. Bei diesem Mini-Gipfel dem Angela Merkel, Mariano Rajoy und Paolo Gentiloni, die Chefin der Europäischen Diplomatie Federica Mogherini und afrikanische Staats- und Regierungschefs, Idriss Déby (Tschad), Mahamadou Issoufou (Niger), Fajiz al-Sarraj (Libyen) beiwohnten, einigte man sich auf die Registrierung und unverwechselbare Identifikation von echten, politischen Flüchtlingen und ökonomischen Migranten, die Europa nicht haben will.


Das Feigenblatt der Hotspots des sogenannten Missionsschutzes für Asylsuchende, ist eine bevorzugte Medizin, um im Sinne eines Abkommens mit den afrikanischen Staaten die Zuwanderung einzudämmen. Auf dem Beipackzettel könnte auch stehen: „Wir zahlen Euch. Ihr haltet uns eure Armen vom Leib.“. All das geht parallel mit einem bereits bestehenden Abkommen, das den trügerischen Namen „Economic Partnership Agreement (EPA)“ trägt. Dieses EPA hat in seiner jetzigen Form wenig mit Partnerschaft zu tun, im Gegenteil: Es sind aufgezwungene Freihandelsverträge, die es den Europäern ermöglichen, afrikanische Märkte mit hochsubventionierten Agrarprodukten zu überfluten. Den Schaden haben die afrikanischen Bauern, die gegen die Billigimporte nicht konkurrieren können, ihre Lebensgrundlage verlieren und irgendwann Richtung Europa aufbrechen.

Ein gemeinsamer Nenner mit der US-Politik ist insofern vorhanden, dass die Krise des Raubwirtschaftssystems und all die neoliberalen Glaubensdogmen, die zu „America First“, zu Protektionismus und Hass gegenüber anderen und zur Infragestellung der Grundsätze der bisherigen Weltfragen geführt haben, eine Mauer zwischen Mexiko und USA errichten will, während Europa ein Feigenblatt namens Schutzmission auflegt - mission de protection.


Gibt es eine Politik Europas, die einen Dialog mit der südlichen Hemisphäre entwickelt?

Ist dieser Krieg noch zu vermeiden?