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Radio Augustin
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Sendung vom 17.04.2006 15:00:

NUKLEARES VERGESSEN: 20 JAHRE NACH TSCHERNOBYL.

Feature über eine der größten Niederlagen der menschlichen Vernunft. Von Chris Haderer.

Am 26. April 1986, um 1 Uhr 23 Morgens, wird als Folge eines
fehlgeschlagenen Experiments die Notabschaltung von Reaktorblock 4 im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl eingeleitet. Sechs Sekunden später ist die Reaktion nicht mehr aufzuhalten: das Reaktorgebäude explodiert und legt den glühenden Kern frei. Graphit beginnt zu brennen. Radioaktive
Trümmer werden eineinhalb Kilometer in die Atmosphäre geschleudert.
Österreich gehört nach der Ukraine, Rußland, Weißrußland und Teilen Skandinaviens zu dem am stärksten vom radioaktiven Fallout betroffenen Ländern. Der auf eine Lebensdauer von 20 Jahren ausgelegte Beton-Mantel des explodierten Reaktors wird inzwischen immer undichter und ist bereits mit
breiten Rissen durchsetzt, durch die Regenwasser in den Kern eindringen kann. Eine EU-Studie bescheinigte dem Gebäude bereits vor fünf Jahren akute Einsturzgefahr. Geschehen ist seitdem nichts – außer, dass die Atomenergie plötzlich wieder als saubere Energieform im Gespräch ist ... auch wenn es in Wahrheit keinen billigen Atomstrom gibt und eine globale Umstellung auf Atomenergie überhaupt nicht möglich wäre, weil auch das zum Betrieb notwendige Uranerz nicht in ausreichenden Mengen vorhanden ist.