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Music Across
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Sendung vom 25.05.2016:

Father & Son – Eugen & Roger Cicero – Ein Nachruf

Folge 15 - Music Across

Diesmal ist „Music Across“, dem am 24. März 2016 verstorbenen Roger Cicero und seinem Vater, dem weltberühmten Pianisten Eugen Cicero, gewidmet. Roger Cicero wurde am 6. Juli 1970 in Berlin geboren, und er stand bereits als 11-Jähriger im Vorprogramm von Helen Vita auf der Bühne. Als 16-Jähriger hatte er seinen ersten Fernsehauftritt mit dem RIAS-Tanzorchester und mit 18 begann er sein Studium in den Fächern Klavier, Gitarre und Gesang. In den folgenden Jahren trat er mit dem Horst Jankowski Trio, dem Eugen Cicero Trio und dem Bundesjazzorchester unter der Leitung von Peter Herbolzheimer auf. Von 1991 bis 1996 studierte Roger Cicero Jazzgesang in Holland und trat als Gastsänger bei den Gruppen „Jazzkantine“ und „Soulounge“ auf. 2006 hat Roger Cicero am Album „Good Morning Midnight“ der Pianistin Julia Hülsmann mitgewirkt, und im selben Jahr hat Roger Cicero auch sein erstes Soloalbum „Männersachen“ herausgebracht. Bis auf einen Titel, sind auf diesem Album dafür neu geschriebene, swingende Kompositionen zu hören, die mit witzig-ironischen Texten meist zum Thema Beziehungen präsentiert werden. 2007 hat Roger Cicero Deutschland beim Eurovisions Songcontest in Helsinki mit dem Titel “Frauen regier’n die Welt” vertreten, und belegte damit den 19. Platz. In den deutschen Charts erreichte die Single Platz 7 in Österreich Platz 51. Nummern wie diese haben Roger Cicero von manchen Seiten auch Kritik eingebracht, er würde damit ein Macho-Image bedienen und auch musikalisch zu sehr vom Jazz in die Pop-Unterhaltung abdriften. Dem wird aber von vielen entschieden widersprochen, denn Cicero hat bis zuletzt sowohl mit Big Band als auch im Quartett erstklassigen Jazz gemacht. Der Gründer der „Jazzkantine“ Christian Eitner hat zu dieser Frage gemeint, dass Roger Cicero mit seiner Verbindung von Swing mit deutschen Texten den Jazz nicht verwässert hat, sondern viel für den Jazz in Deutschland getan hat. Roger Cicero hat sich auch für die Kinderhilfsorganisation „Save the Children“ sehr engagiert und 2012 hat er am Albumprojekt „Giraffenaffen“ zugunsten des Kinderhilfswerks mitgewirkt. Der Vater von Roger Cicero ist der bekannte Jazz-Pianist Eugen Cicero. Eugen Cicero wurde 1940 in Klausenburg in Rumänien geboren. Er begann das Klavierspiel mit 4 Jahren und hat bereits mit 6 Jahren ein Mozart-Klavierkonzert mit dem Sinfonieorchester von Klausenburg gegeben. Er beherrschte das Klavierspielen und Improvisieren bereits in früher Jugend perfekt. 1963 durfte er im Rahmen einer Konzerttournee in Ostberlin für einen Tag in den Westen und ging nicht mehr zurück. Eugen Cicero wurde für seine Improvisationskunst weltbekannt. Er konnte wie kein anderer Jazz mit Klassik organisch ohne Stilbruch und ohne sich zu wiederholen verbinden. 1976 erhielt er den Deutschen Schallplattenpreis. Das letzte Projekt von Roger Cicero war das Album „Cicero sings Sinatra“, welches Ende November 2015 erschienen ist, und das er auf Grund seines plötzlichen Todes in Österreich nicht mehr live präsentieren konnte.


Musikbeispiele:


Hanns Dieter Hüsch, Ansage Helen Vita, Conträr Musik 2015

Helen Vita, Stroganoff (Friedrich Holländer), Conträr Musik 2015

Horst Jankowski Trio, Yesterday (John Lennon, Paul McCartney), Universal Music 2006

Bundesjazzorchester, Fever (John Davenport, Eddie Cooley), Mons Records 2008

Jazzkantine, Es ist Jazz (Ole Sander), RCA Records 1994

Soulounge, Love’s in Need of Love Today (Stevie Wonder), Audio Lotion Recordings 2011

Julia Hülsmann Trio & Roger Cicero, Tell Her (Julia Hülsmann Trio & Roger Cicero), ACT Music 2006

Roger Cicero, Schieß’ mich doch zum Mond (Bart Howard), WM Germany 2011

Roger Cicero, Frauen regier’n die Welt (Matthias Hass), Starwatch 2007

Roger Cicero, Tom Traubert’s Blues (Tom Waits), Wavemusic 2015

Eugen Cicero, Ah! Vous Dirais-Je, Maman (Traditional, Wolfgang Amadeus Mozart), IN+OUT Records 2002

Eugen Cicero, Sonate in C-Dur (Domenico Scarlatti), Edel Germany GmbH 2015

Roger Cicero, My Way (Live in Hamburg) (Claude Francois), RCA Deutschland 2015


Gestaltung, Am Mikrofon, Tontechnik & Produktion: Gernot Friedbacher